Er galt als Schlüsselfigur des Schmuggels

Bewährungstrafe für "Zigaretten-Paten"

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Der angeklagte Srecko K. (r.) unterhält sich im Landgericht in Hof zu Prozessbeginn im Sitzungssaal mit seinem Anwalt Jens Dieckmann

Hof - Er galt als Schlüsselfigur des internationalen Zigarettenschmuggels auf dem Balkan, und dennoch ist der Angeklagte vor dem Landgericht Hof noch gut davongekommen.

Groß waren die Erwartungen an den Prozess vor dem Landgericht Hof. Am Ende kam der als Schlüsselfigur des internationalen Zigarettenschmuggels auf dem Balkan geltende Angeklagte mit einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldstrafe von 30 000 Euro davon. Das Gericht begründete sein Urteil am Donnerstag mit einem Geständnis des Angeklagten, der lange zurückliegenden Tatzeit von 20 Jahren und fehlenden Vorstrafen.

In dem Prozess um Zigarettenschmuggel auf dem Balkan in den 1990er-Jahren räumte der 57-Jährige ein, im Sommer 1992 vier Transporte aus den Niederlanden durch Deutschland ins damalige Jugoslawien organisiert zu haben. Nicht verhandelt wurde hingegen die Rolle möglicher Hintermänner wie des designierten Regierungschefs von Montenegro, Milo Djukanovic, den der Angeklagte in der Vergangenheit als eigentlichen Paten des Schmuggels bezeichnet hatte.

Für die Organisation der vier Transporte von insgesamt mehr als 44 Millionen Zigaretten von den Niederlanden ins ehemalige Jugoslawien habe er lediglich 12 000 US-Dollar bekommen, sagte der 57-Jährige vor Gericht und fügte hinzu. „Ich bedauere, was ich getan habe. Es tut mir leid“. Mit Fußfesseln war der gebürtige Kroate in den Gerichtsraum geführt worden. Ende Juli war er in Bosnien festgenommen und erst am Dienstag nach Deutschland ausgeliefert worden.

In dem Fall ermitteln die Staatsanwaltschaft Augsburg und der deutsche Zoll seit rund 20 Jahren. Demnach sei der Schmuggel bereits „lückenlos bewiesen“. Durch hinterzogene Steuern und Abgaben sei ein Milliarden-Schaden entstanden, hieß es. Die Zigaretten wurden demnach über Jahre aus Westeuropa nach Montenegro gebracht, das damals zu Jugoslawien gehörte. Von dort seien sie mit Schnellbooten über die Adria nach Italien und weiter wieder nach Westeuropa geschmuggelt worden.

dpa

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