Brandanschlag auf Dönerladen: Jahrelange Haftstrafe

Regensburg - Wegen eines Brandanschlags auf einen Kelheimer Dönerladen sind zwei junge Männer in Regensburg zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Richter werteten die Tat nicht nur als schwere Brandstiftung, sondern auch als vierfachen versuchten Mord, da im Obergeschoss vier Menschen schliefen. Ein heute 21-Jähriger wurde zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, ein heute 22-Jähriger muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis. “Im Grunde genommen war es ihnen völlig egal, ob Menschen getroffen werden“, sagte der Vorsitzende Richter. Nur durch Zufall sei nichts Schlimmeres passiert. Ein rechtsextremistisches Motiv für die Tat hatte die Staatsanwaltschaft ausgeschlossen.

Nach Überzeugung des Gerichts bastelten die zwei Männer im April 2010 gemeinsam Molotowcocktails für den Anschlag. Ein dritter half ihnen zwar dabei, war bei der Tat selbst aber nicht dabei. Er hätte aber noch die Möglichkeit gehabt, die Polizei zu alarmieren, kritisierte der Richter. Der 22-Jährige tat dies aber nicht und wurde daher nun zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Hauptbeschuldigten sieben und fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidiger sahen Strafen von maximal drei Jahren als ausreichend an. Der 21-Jährige stand zunächst auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Totschlag durch Unterlassen vor Gericht. Die Kammer stellte das Verfahren um einen im Main-Donau-Kanal ertrunkenen jungen Mann jedoch aus Mangel an Beweisen ein. Die Richter begründeten die Einstellung auch damit, dass selbst bei einer Verurteilung die zu erwartende Strafe im Vergleich zu dem Brandanschlag nicht ins Gewicht fallen würde.

dpa

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