Bayerische Christen feiern Fronleichnam

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Die Teilnehmer einer Fronleichnams-Prozession rudern in Seehausen auf dem Staffelsee von der Insel Woerth an das Festland.

München - Prozessionen auf dem Wasser und an Land: Tausende katholische Christen haben in Bayern Fronleichnam gefeiert. Das Fest erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern

Mit Festgottesdiensten und Prozessionen haben katholische Christen in Bayern am Donnerstag Fronleichnam gefeiert. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte die Gläubigen auf, sich wieder mehr in der Gesellschaft zu engagieren. “Nicht Rückzug, sondern Mitmischen ist angesagt“, sagte der 62-Jährige in seiner Predigt auf dem Domplatz. Der christliche Glaube gehöre auch in Schulen, Büros oder Gefängnisse. “Wir dürfen uns nicht zurückziehen von dieser Welt und uns auch nicht hinausdrängen lassen“, sagte Schick.

Die katholischen Gemeinden im Freistaat veranstalten an Fronleichnam Prozessionen durch die Städte und Dörfer. Besonders feierlich sind die Züge durch die Domstädte - wie etwa in Bamberg und München. In der bayerischen Landeshauptstadt versammelten sich am Morgen nach Polizeiangaben mehr als 6000 Menschen auf dem Marienplatz zum Gottesdienst. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, sagte in seiner Predigt, das Christentum sei die treibende Kraft für eine positive Veränderung der Gesellschaft. Auch in Regensburg und Passau feierten tausende Menschen.

Erinnerung an das letzte Abendmahl

Bei der traditionellen Seeprozession auf dem oberbayerischen Staffelsee bei Murnau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ruderten nach dem Gottesdienst mehrere hundert Menschen in Booten zur Insel Wörth - mittendrin eine festlich geschmückte Fähre mit dem Priester.

Das katholische Hochfest Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der vor etwa 750 Jahren entstandene Name bedeutet “Leib des Herrn“. Im Mittelpunkt steht die Eucharistie, die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Bei Prozessionen wird die prächtige und meist goldverzierte Monstranz mit einer geweihten Hostie - der Leib Christi - durch die Straßen getragen.

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Nonne Juliane von Lüttich im Jahr 1209 zurück, die den Mond als Symbol für das Kirchenjahr mit einem dunklen Fleck sah. Papst Urban IV. machte es 1264 zum allgemeinen Kirchenfest.

dpa

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