Lieber „im schönen München bleiben“

Münchner fährt mit Auto zu Bergdorf und parkt in Wiese - Zeuge hinterlässt Denkzettel

Ein Auto mit Münchner Kennzeichen hat am Wochenende in Wamberg geparkt. Das Bergdorf ist eigentlich nur wandernd erreichbar.
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Ein Auto mit Münchner Kennzeichen hat am Wochenende in Wamberg geparkt. Das Bergdorf ist eigentlich nur wandernd erreichbar.

In Garmisch-Partenkirchen hat ein Ausflügler mit Münchner Kennzeichen sein Auto direkt am Berg geparkt. Der „Denkzettel“ eines Einheimischen löste nun eine bekannte Debatte aus.

Garmisch-Partenkirchen - Es ist ein Dauerthema - nicht erst, aber besonders in der Corona-Pandemie: Ausflügler aus München zieht es an schönen Tagen in die Natur. Und manche benehmen sich dort daneben, parken wo sie wollen, gehen Skitouren* auf unerlaubten Wegen und in Scharen, hinterlassen Exkremente in der Natur*. Anprangern tun dies dann für gewöhnlich die Einheimischen.

So geschehen auch am vergangenen Wochenende. Ein Auto mit Münchner Kennzeichen fuhr zum Kirchdorf Wamberg hinauf. Gerade einmal 30 Menschen leben dort oben auf 1000 Metern, ihr „Ausblick auf das Wettersteinmassiv mit Alp- und Zugspitze ist atemberaubend“, heißt es auf der Homepage des Marktes Garmisch-Partenkirchen. Dort steht auch: Das Dorf sei in 40 Minuten zu erwandern. Von Hinauffahren, steht da nichts.

Auto mit Münchner Kennzeichen parkt auf Wiese in Garmisch-Partenkirchen: Zeuge hinterlässt Zettel

Doch der Ausflügler ging noch weiter: Er parkte seinen BMW mitten auf einer Wiese, direkt unterhalb des Kirchleins St. Anna. Einem Zeugen ließ das die Hutschnur reißen. Der oder die hinterließ an der Windschutzscheibe einen handgeschriebenen Zettel, der dann samt Foto vom Wildparker in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Garmisch-Partenkirchen, wenn...“ gepostet wurde.

„Lieber Münchner Tagestourist“, stand dort. Es handele sich bei dem Wiesenabschnitt um Privatgrund, dies sei „nicht dein Parkplatz“. Der Autobesitzer könne eine Parkgebühr bei xy (diese Stelle ist auf dem Foto unkenntlich gemacht), beim nächsten Mal werde das Parken auf dem Wanderparkplatz empfohlen. Oder gleich im „schönen München“ zu bleiben.

Auto am Berg bei Garmisch-Partenkirchen geparkt: Einer empfiehlt, mit dem Odelfass vorbeizufahren

Der Post löste eine rege Debatte aus, die in der Corona-Pandemie in Garmisch-Partenkirchen* nicht neu ist. Die einen regen sich auf, empfehlen, das Auto ins Tal „oe zu schiam“ (hinab zu schieben) oder mit dem Odelfass vorbeizukommen. Zu „90 %“ seien es „Auswärtige“, die so etwas machen.

Andere erinnern an das Geld, dass diese Ausflügler ins Oberland bringen*. Und dass es Falschparker überall gebe, auch mit Garmischer Kennzeichen in München. Dem ein oder anderen geht das „Gehetze“ gegen die Münchner auf die Nerven, sie schreiben, dass ihnen ihre ländliche Heimat von Zeit zu Zeit peinlich ist.

In Garmisch-Partenkirchen ist der Streit zwischen manchen Einheimischen und Ausflüglern am Wochenende übrigens eskaliert. Es wurden mehrfach Autos zerkratzt*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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