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Holetschek geht auf Distanz zu Spahns Corona-Plan: „Alle Maßnahmen bereithalten“

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Von: Thomas Eldersch

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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will die epidemische Notlage verlängern.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will die epidemische Notlage verlängern. © Peter Kneffel/dpa

Für Bayerns Gesundheitsminister Holetschek ist ein Auslaufen der epidemischen Notlage keine Option. Auf der zweitägigen Konferenz mit seinen Kollegen will er für eine Verlängerung werben.

München - Zwei Tage geht die Gesundheitsministerkonferenz in Lindau am Bodensee. Genug Themen, die es zu besprechen gilt, gibt es ohne Zweifel. Die steigenden Corona-Infektionszahlen, die zunehmende Belegung der Krankenhausbetten, die schleppend laufende Impfkampagne, die Booster-Impfungsfrage und jetzt auch die Frage nach dem Ende der epidemischen Notlage. Für den Vorsitzenden der Konferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen worden.

Gesundheitsministerkonferenz: Holetschek für eine Verlängerung der epidemischen Notlage

Zum Auftakt der Konferenz am Donnerstag hat der CSU-Politiker erneut eine Verlängerung der epidemischen Notlage von nationaler Tragweite über den 25. November hinaus gefordert. „Ich glaube schon, dass wir jetzt - angesichts dieser Zahlen - mehr denn je tatsächlich in dieser Lage sind“, so Holetschek in Lindau. Die Gesundheitsminister der Länder würden sich dort am Bodensee mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) „sicherlich noch mal darüber austauschen“.

Spahn hatte sich jüngst wie die möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP dafür ausgesprochen, die Einstufung als Rechtsgrundlage für weitgehende Corona*-Einschränkungen nicht mehr zu verlängern. Holetschek betonte dagegen, die Länder müssten für den Winter „alle Maßnahmen bereithalten, die notwendig sind, um mit aller Konsequenz vorgehen zu können“. Dass den Ländern stattdessen nun die Möglichkeit genommen werden sollte, selbst eine solche epidemische Notlage festzustellen, habe er „nicht verstanden, weil wir damit den Ländern ein Stück Flexibilität nehmen“.

Video: Spahn wirbt für mehr Booster-Impfungen

Spahn und Holetschek bei den Booster-Impfungen einig

Einig sind sich Spahn und Holetschek allerdings beim Thema Booster-Impfungen*. Bayerns Gesundheitsminister sprach sich deutlich für mehr Auffrischungs-Impfungen im Kampf gegen die stark steigenden Infektionszahlen der Corona-Pandemie* aus. „Ich glaube, dass wir da gemeinsam einen Schritt weiter kommen“, sagte Holetschek. Es habe bereits eine Vorabstimmung mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Ärztevertretern gegeben. Man habe sich verständigen können, die Auffrischungs-Impfungen* „in einer größeren Art und Weise“ durchführen zu können. Daten aus Israel belegten, dass es möglich sei, mit diesem Mittel die Corona-Welle zurückdrängen zu können. Es müsse aber gewährleistet werden, dass zwischen den Impfterminen für zweite und dritte Impfung sechs Monate vergehen. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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