Viel Zuspruch

„Dreht‘s jetzt alle komplett am Rad?“ Hans Söllner postet Video von Unternehmer, der Corona-Maßnahmen kritisiert

Künstler Hans Söllner.
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„Ja was ist denn eigentlich mit euch los?“ Der Unternehmer macht in einem Video seinem Ärger gegen die Corona-Maßnahmen Luft.

Kinos, Theater und Restaurants sind seit dem Lockdown geschlossen, für Österreicher sind die deutschen Grenzen dicht: Das alles macht einen Unternehmer wütend. Hans Söllner bekommt für das Video viel Zustimmung.

  • Hans Söllner hat ein gut fünfminütiges Video eines Unternehmers geteilt, in dem dieser seinem Ärger über die Corona-Maßnahmen Luft macht.*
  • Darin kritisiert er etwa, dass Österreicher nicht mehr nach Deutschland einreisen dürfen.
  • Der Mann appelliert: Der Mensch brauche trotz Corona soziale Kontakte.

Ingolstadt - „Der ist für dich Söder. Wird dir am Arsch vorbeigehen, aber ich schick ihn dir trotzdem. Nur damit du Bescheid weißt, dass du es dir gerade mit vielen verscherzt“, mit diesen Worten ist ein Video auf der Facebook-Seite von Musiker Hans Söllner betitelt. Nach viel Verwirrung stellt Söllner klar: Es handle sich beim Mann im Video um einen Unternehmer, nicht um ihn selbst*. „Schimpfen über die neuen Lockdown-Maßnahmen können auch andere“, so Söllner. In dem Video wettert der Unternehmer in erster Linie gegen die Regierung - und gegen einen Teil der Corona-Maßnahmen.

Coronavirus: Kritik an Corona-Maßnahmen der Regierung

Auslöser für das insgesamt fünf Minuten und acht Sekunden lange Video ist der Beschluss, dass Österreicher nicht mehr nach Deutschland einreisen dürfen. Der Hintergrund: Deutschland hat Österreich inzwischen fast vollständig zum Corona-Risikogebiet erklärt.

„Was soll jetzt das gewesen sein? Liebe Bundesregierung, liebe bayerische Regierung, dreht‘s jetzt alles komplett am Rad?“, macht der Unternehmer seinem Ärger Luft. Was ihn besonders aufregt: „Ein Simbacher mit einer Inzident von 120 darf nach Österreich fahren und zurück, aber der Österreicher darf nicht mehr nach Deutschland rüber.“

„Dreht‘s jetzt alle komplett am Rad?“ - Unternehmer wettert gegen Corona-Maßnahmen

Sein Appell: „Es reicht. Wir haben einen Virus und mit dem Virus* haben wir zu leben.“ Mit den Hygiene-Maßnahmen, etwa Abstand halten und Maske tragen, hat der Unternehmer hingegen kein Problem. Vielmehr stört ihn, dass kulturelle Einrichtungen und Gastronomie während dem Lockdown geschlossen bleiben müssen.

„Jetzt soll ich in diesen Tagen 70 Prozent des Umsatzes beerdigen, alle Reservierungen zurück bezahlen und das in einer Phase, wo wir gerade versuchen, unser Geschäft noch einigermaßen zu retten.“ Der Unternehmer redet sich immer mehr in Rage. Sein Kopf färbt sich nach und nach rot. Auch von den „Scheiß-Staatshilfen“ der Regierung hält er nicht viel. Diese betitelt der Unternehmer vielmehr als „einen Tropfen auf den heißen Stein“. Seine große Angst, die in dem Video immer wieder durchsickert: Dass durch den Lockdown das Dienstleistungsgeschäft und die Gastronomie kaputt gehen.

Unternehmer fürchtet Einbruch von Gastronomie und Dienstleistungen durch den Corona-Lockdown

Der Unternehmer appelliert deshalb: „Jetzt wird‘s Zeit, dass jeder aufwacht. Jetzt ist einmal Zeit, dass man aufsteht, Rückgrat und Charakter beweist.“ Er spricht von einer „gemachten Pandemie“, die „mit einem angeblichen Killervirus operiert, den es überhaupt nicht gibt“. Er leugnet das Coronavirus* jedoch nicht, sondern betont: „Es gibt eine sehr gefährliche Krankheit, das Virus Covid-19. Mit dem müssen wir leben.“

Trotzdem bräuchten die Menschen in dieser schwierigen Zeit soziale Kontakte - „mit Maske, Abstand und Vorsicht“. „Aber das, was derzeit läuft, diese sich einigeln. Dieses dafür sorgen, dass keiner mehr aus dem Haus gehen, das ist falsch“, stellt der Unternehmer klar. Sein Schlussappell: „Merkt‘s doch endlich was los ist. Wir müssen Deutschland verändern - und zwar komplett. Mit diese Affen geht es nicht mehr weiter. Das hat jetzt mal gesagt werden müssen.“

Unternehmer appeliert in Corona-Video: Menschen brauchen soziale Kontakte

Der Post zeigt Wirkung: Fast 24.000 User haben das Video auf Hans Söllners Facebook-Seite inzwischen geliked und über 19.000 Mal geteilt. (Stand 4. November, 11.25 Uhr.) Der Großteil stimmt Söllner bzw. dem Mann im Video zu. „Respekt Herr Söllner, ich gebe Ihnen zu 100% Recht. Das Virus ist kein Spaß und dennoch müssen wir lernen damit zu leben!!!“, schreibt etwa ein Facebook-User.

„Starke Rede, alles voll auf den Punkt gebracht! Danke für die klaren Worte!“ „- klare Worte, aus dem Herzen - mit Hirn! Er spricht mir aus der Seele!“, kommentieren andere. Eins steht jedenfalls fest: Der Unternehmer scheint mit seinem Video einen wunden Punkt getroffen zu haben, der viele Menschen momentan beschäftigt.

Die Corona-Zahlen in Österreich steigen weiterhin rasant an. Sebastian Kurz verordnet einen zweiten Lockdown. Ein Entwurf der Verordnung wurde schon vorab öffentlich. Aber auch die bayerischen Corona-Regeln sorgen wieder für Ärger: Wer welche Nachweise braucht, um über die Grenze zu kommen, löst bei manchen Unverständnis aus. Ein bayerischer Bäcker hat seiner Wut über die Corona-Maßnahmen auf besondere Art Luft gemacht: Er kreierte einen Frust-Krapfen in Stinkefinger-Form. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital Netzwerks. (kof)

*Transparenzhinweis: Unsere Redaktion hat das Video zunächst Hans Söllner selbst zugeordnet, dies aber inzwischen korrigiert.

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