„Home-Schooling führt zu Depressionen“

Petition gegen Streichung der Faschingsferien: Schülerin fürchtet ansonsten schlimme psychologische Folgen

Die Augsburger Schülerinnen Hannah und Mia fordern in einer Online-Petition die Wiedereinführung der Faschingsferien.
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Die Augsburger Schülerinnen Hannah und Mia fordern in einer Online-Petition die Wiedereinführung der Faschingsferien. (Symbolbild)

In ganz Bayern fordern Menschen die Wiedereinführung der Faschingsferien. Zwei Schülerinnen aus Augsburg haben eine Petition mit mehreren tausend Unterstützern gestartet.

Augsburg - Distanzunterricht, Kontaktbeschränkungen und dann auch noch die Streichung der Faschingsferien. Zwei Schülerinnen aus Augsburg* reicht es jetzt. Sie haben jetzt eine Online-Petition zur Wiedereinführung der Ferien gefordert. Die nötigen 50.000 Unterstützer haben sie dabei schon fast zusammen. Aber nicht nur in Augsburg regt sich heftiger Widerstand gegen die Streichung.

Corona: Schülerinnen aus Augsburg fordern Faschingsferien zurück

Mia und Hannah besuchen die zehnte Klasse eines Augsburger Gymnasiums. Wie viele andere Schüler in Bayern haben es die 16-jährigen Mädchen nicht leicht, mit den Corona*-bedingten Herausforderungen im Schulalltag zurechtzukommen. Seit dem Ende der Winterferien findet im Freistaat nur noch Distanzunterricht statt. Dieser sei laut Hannah noch viel anstrengender als der Präsenzunterricht mit Maske. „Wir haben teilweise am Tag von 8 bis 17 Uhr Videokonferenzen.“ Danach müssen sich die Mädchen noch an ihre Hausaufgaben machen. Und voraussichtlich ändert sich an diesem Zustand bis Ende Januar gar nichts. Sollten die Corona*-Zahlen nicht runter gehen, ist eine Verlängerung des Distanzunterrichts nicht ausgeschlossen.

Da traf es die beiden Zehntklässlerinnen besonders hart, als Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bekannt gab, dass in diesem Jahr die Faschingsferien ausfallen. Die zusätzliche Zeit solle zum Aufholen des verpassten Stoffs genutzt werden. „Wie soll in dieser einen Woche neun Monate Schulstoff aufgeholt werden“, sagt Hannah. Viel wichtiger sei eine Woche Erholung von dem Lernstress, meinen die beiden 16-Jährigen. Vor allem die Schüler der Abschlussklassen bräuchten die freie Zeit, um für ihre Prüfungen zu lernen.

Corona: Distanzunterricht hat psychologische Folgen für Schüler

Die Faschingsferien seien darüber hinaus auch noch notwendig, um psychologische Folgen für Schüler durch die Corona-Belastung abzumildern. „In meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen, die unter den Folgen des Home-Schoolings sehr leiden. Was sich unter anderem in Depressionen zeigt“, sagt Hannah. Mit ihrer Petition auf avaaz.org wollen sie jetzt genug Unterstützer sammeln, um im Kultusministerium für ein Umdenken zu sorgen. Sie streben 50.000 Unterzeichner an und haben jetzt schon mehr als die Hälfte dieser Marke erreicht.

Dem Vorbild der beiden Schülerinnen aus Augsburg* folgen landesweite zahlreiche Schüler und Eltern. Insgesamt sind in verschiedenen Petitionen bereits über 75.000 Unterschriften zusammengekommen. Auch die Lehrergewerkschaft GEW hat eine Online-Petition gestartet. Hier haben bereits 17.000 Menschen unterzeichnet. „Eine Woche zusätzlicher Unterricht, egal ob in Distanz oder in Präsenz, kann nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass dieses Schuljahr kein normales Schuljahr ist“, teilte die GEW mit. „Anstatt Ferien zu streichen, sollten Prüfungen und Übertritt angepasst werden.“ (tel/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Im oberbayerischen Landkreis Dachau regt sich ebenfalls reger Widerstand gegen die Streichung der Faschingsferien. Viele Eltern zeigen kein Verständnis dafür. Immer aktuell informiert zum Corona-Stand in Bayern sind Sie durch unseren News-Ticker.

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