Impfkommission nimmt Arbeit auf

Corona: Söder verspricht eine Impfung für alle - während über 80-Jährige auf einen Impftermin warten

Die Impfung der über 80-Jährigen läuft nur schleppend.
+
Die Impfung der über 80-Jährigen läuft nur schleppend. (Symbolbild)

Seit etwas über zwei Monaten wird in Bayern gegen das Coronavirus geimpft. Doch bislang haben immer noch nicht alle aus der ersten Priorisierungruppe einen Termin erhalten.

München - Die Marke von einer Million verabreichter Impfdosen in Bayern wurde am Wochenende geknackt. Allein ein Drittel davon entfiel auf die Zweitimpfungen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), möglicherweise beflügelt von der Zahl, sprach sogar davon, dass jetzt im Freistaat der „Impfturbo“ angeschaltet werde. Trotzdem warten immer noch viele über 80-Jährige auf ihren ersten Impftermin*.

Corona-Impfungen: 80-Jährige warten immer noch auf ihren Termin

Zahlreiche Senioren, meist um die 80 bis 81 Jahre alt und damit Prioritätsgruppe 1, sind bereits seit Wochen registriert und warten seidem auf ihren Impftermin, schreibt der BR. Derweil schlug Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) in der BamS vor, „jeden zu impfen, wer will“. Wie passt das zusammen? Zum einen bezog sich der Landeschef bei seiner Aussage lediglich auf den Impfstoff der Firma AstraZeneca. Dieser ist für über 65-Jährige ohnehin nicht zugelassen.

Zum anderen ist die Situation in jeder Stadt und in jedem Landkreis unterschiedlich. In einigen Regionen Bayerns sind die 80-Jährigen bereits drangekommen, in anderen noch nicht. Eine Erklärung liefert dafür der Arzt Volker Rehbein vom Impfzentrum Günzburg: „Wir haben hier in Günzburg die spezielle Situation, dass wir sehr viele Bewohner von Pflegeeinrichtungen hatten, wo wir zunächst impfen mussten.“ Und das Problem scheint es auch andernorts zu geben. Die Impfung* in Senioren- und Pflegeeinrichtungen hatte dort Vorrang gegenüber den Privatanmeldungen in den Impfzentren.

Corona-Impfungen 80-Jährige kommen in ihrer Prioritätsgruppe am Schluss dran

Ein weiterer Grund für die langen Wartezeiten könnte die zeitliche Einteilung in den Priortätsgruppen sein. Das Bayerische Gesundheitsministerium äußert sich folgendermaßen dazu: „Die Einladungen zur Terminreservierung erfolgen altersgestaffelt nach Geburtsjahrgängen.“ Und somit kommen die 80- und 81-Jährigen ganz zum Schluss dran. Also erst einmal abwarten, wann der „Impfturbo“ auch bei ihnen zündet.

Die Arbeit zum 1. März aufgenommen hat auf jeden Fall die Bayerische Impfkommission. Das Gremium, bestehend aus fünf Experten, soll sich um die „medizinische Risikobeurteilung und Priorisierung von Bürger:innen mit seltenen Krankheiten“ kümmern, heißt es in einem Info-Text des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Ziel ist es, dass betroffene Personen, nach einer Prüfung ihres Falls, einen Bescheid von der Impfkommission bekommen. Mit diesem können sie sich dann bei ihrem jeweiligen Impfzentrum melden und einen Termin vereinbaren. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Medikament gegen Covid-19: Regensburger Forschern gelingt erster Durchbruch - „Wir sind begeistert“
Medikament gegen Covid-19: Regensburger Forschern gelingt erster Durchbruch - „Wir sind begeistert“
Tödliches Alpen-Unglück: Skitourengeher stürzt in die Tiefe - jede Hilfe kommt zu spät
Tödliches Alpen-Unglück: Skitourengeher stürzt in die Tiefe - jede Hilfe kommt zu spät
Noch lange kein „altes Eisen“ – Verlieben mit über 50
Noch lange kein „altes Eisen“ – Verlieben mit über 50
"Sea Eye" zu erstem Rettungseinsatz im Mittelmeer gestartet
"Sea Eye" zu erstem Rettungseinsatz im Mittelmeer gestartet

Kommentare