Er zählt zu 0,03 Prozent der Deutschen

Trotz Impfung: Mann (50) mit Corona-Infektion auf Intensivstation - Er ist ein Einzelfall

Intensivstation in Duisburg. Eine Pflegerin steht am Bett eines Coronapatienten. (Symbolbild)
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Neun von zehn Coronapatienten, die derzeit auf einer Intensivstation liegen, sind nicht geimpft. Einen schweren Verlauf hat ein Bayer (50) erlebt - trotz seiner Impfung. (Symbolbild)

Die Impfungen erhielt er nur Wochen vorher - dann erkrankte ein Bayer (50) an Corona. Er musste auf die Intensivstation. Es ist ein ungewöhnlicher Fall.

Landau - Den Urlaub im Kosovo, seiner Heimat, hat Xhavit Ismajli noch genossen - zumindest in den ersten Tagen. Dann fiel es dem 50-Jährigen aus Landau an der Isar (Kreis Dingolfing-Landau*) auf: Er roch nichts mehr. „Auf einmal hat mir der ganze Körper wehgetan. Ich hatte Gliederschmerzen“, erinnerte er sich. Typische Anzeichen einer Corona-Infektion*. Dann trat er die Heimreise an - und musste auf die Intensivstation. Und das, obwohl Ismajli bereits vollständig geimpft war.

Nach seiner Heimreise verschlechterte sich Ismajlis Zustand immer weiter. Seine Frau traf die richtige Entscheidung: Sie brachte ihren Mann ins Krankenhaus, in das Donau-Isar-Klinikum in Deggendorf, schreibt die Passauer Neue Presse (PNP). Dort erhielt Ismajli eine Diagnose: Die Delta-Variante des Coronavirus* wurde bei dem 50-Jährigen nachgewiesen. Er hatte sich eine Lungenentzündung eingefangen. Für den Mann aus Landau war das ein Schock: Denn erst wenige Wochen vorher hatte der 50-Jährige eine Impfung erhalten. Ismajli wurde das Vakzin von Johnson & Johnson* verabreicht - bei diesem Wirkstoff aus Großbritannien reicht laut Expertenmeinung eine einzige Impfdosis aus, um den vollständigen Impfschutz zu erhalten.

Intensivpatient trotz Impfung: Die Fälle sind sehr selten - aber eine Ansteckung mit Corona ist möglich

Es ist möglich, dass man sich trotz einer Impfung mit dem Virus ansteckt. Das Risiko einer Erkrankung wird durch den Impfschutz aber deutlich minimiert. Auch die Auswirkungen der Erkrankung werden gemildert. Wie das Robert-Koch-Institut berichtet, zählt Ismajli zu den 0,03 Prozent der insgesamt über 50 Millionen Geimpften in Deutschland, die sich bis zum 1. September mit dem Virus angesteckt hatten. Die München Klinik hatte vor wenigen Tagen für die Impfung geworben, denn auf der Intensivstation würden deutlich mehr Corona-Patienten behandelt als im Vorjahr. In München sind ausschließlich Ungeimpfte betroffen.

Corona: Der Bayer leidet unter den Krankheitsfolgen - trotz seiner Impfung

Noch seltener ist ein so heftiger Krankheitsverlauf, wie ihn Ismajli erlebte: Eine Woche lang lag er auf der Intensivstation der Klinik. Zum Teil musste er mit Sauerstoff beatmet werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass es mich ohne jegliche Vorerkrankungen so stark erwischt“, sagte Ismajli der PNP. Nach sieben Tagen auf der Intensivstation durfte der Landauer wieder nach Hause. Er trat dort seine häusliche Quarantäne an. Sein Zustand hat sich verbessert, sagt er selbst. Trotzdem plagen ihn noch Atembeschwerden und ein hartnäckiger Husten. Wenn er lange spricht, braucht er regelmäßige Pausen, um sich zu erholen. „Ich fühle mich wie nach einem Langlauf“, sagt er.

Corona in Deutschland: Die Impfkampagne stagniert seit Wochen

Ismajli appelliert an seine Mitmenschen. Man dürfe sich nicht alleine darauf verlassen, dass die Impfung schützt. Im Alltag sollten auch Menschen, die vollen Impfschutz genießen, vorsichtig sein und sich an die bekannten AHA-Regeln halten. Er relativiert jedoch: „Ich weiß nicht, wie es mir ohne die Impfung ergangen wäre.“

Die Impfkampagne in Deutschland stagniert seit einigen Wochen, das RKI fürchtet eine „fulminante“ vierte Welle. Grund für den schleppenden Verlauf sind Befürchtungen, dass sich Nebenwirkungen oder Spätfolgen durch die Impfung einstellen. Experten geben aber Entwarnung: Bei Impfstoffen seien generell keine Spätfolgen bekannt. (dst) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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