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Bittere Bilanz: Nürnberger Einzelhändler müssen katastrophales Weihnachtsgeschäft verkraften

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Umfrage: Jeder Siebte überzieht an Weihnachten sein Konto
Einzelhändler klagen über Umsatzeinbußen wegen den Corona-Auflagen. (Symbolbild) © Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-tmn

Die Corona-Pandemie verdarb vielen Nürnberger Einzelhändlern auch in diesem Jahr wieder das Weihnachtsgeschäft. Sie erlebten schwere Umsatzeinbußen.

Nürnberg – Corona und kein Ende: Für die Einzelhändler in der Nürnberger Innenstadt war auch das Weihnachtsgeschäft 2021 wieder ein Desaster. Einer von ihnen ist Harald Lehmeier. Er hat ein Geschäft für Herrenmode und der Advent ist für ihn normalerweise die beste Zeit des Jahres. Normalerweise. „Das Weihnachtsgeschäft lief sehr holprig, gelinde gesagt. Gott sei Dank, habe ich meine Stammkunden“, klagt er im Gespräch mit dem BR. Ohne sie hätte er sein Geschäft wohl schließen müssen. 

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Nürnberger Einzelhandel leidet unter Corona: Kunden haben Angst, sich anzustecken 

Die 2G-Regelung hatten es ihm zwar ermöglicht, seinen Laden in der Adventszeit zu öffnen. Das war jedoch nur ein kleiner Trost angesichts der umsatzschwachen Monate zuvor. Viele seiner Kunden trauen sich aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht mehr in die Stadt, sagt Lehmeier. Das Geschäft durch Touristen sei ohnehin weggebrochen.

Besser sieht es für einen Haushaltswarenladen in der Nürnberger Innenstadt aus. Dank der 2G-Regelung lief das Weihnachtsgeschäft einigermaßen gut. Die Eingangskontrollen verursachten jedoch zusätzliche Kosten: etwa 15 bis 20 Prozent. Und damit steht das Geschäft noch gut da. Viele Läden erlitten Umsatzeinbußen von 30 oder mehr Prozent im Vergleich zu einem normalen Weihnachtsgeschäft. Viele Einzelhändlern drohe dadurch das Aus, befürchtet Klaus Harl, Inhaber von Küchen Losch und Mitglied im Handelsverband in Nürnberg. Ohne ein normales Weihnachtsgeschäft fehle ihnen die Perspektive.

Online-Handel boomt - die Gewinner der Pandemie

Einer der weniger Gewinner der Corona-Pandemie ist der Online-Handel. Laut dem Handelsverband Bayern hat er über 20 Prozent zugelegt. Kleiner Lichtblick: Rund ein Drittel der bayerischen Einzelhändler bietet seine Waren auch übers Internet an. Für Harald Lehmeier ist das keine Option. Er sieht sich aber als „Stehaufmännchen“ und hofft auf eine Besserung der Lage. 

 

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