Söder verteidigt den Kurs der Regierung

Schul-Öffnungen trotz Corona: Nürnberg rudert schon am ersten Tag zurück

Seit Montag (22. Februar) sind in Bayern die Schulen und Kitas wieder geöffnet.
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Seit Montag (22. Februar) sind in Bayern die Schulen und Kitas wieder geöffnet. Doch schwankende Inzidenzwerte machen die Situation schwierig.

Bayern prescht bei den Schul- und Kitaöffnungen voran. Ein wichtiges Öffnungskriterium ist dabei der Inzidenzwert. Dadurch entsteht Unsicherheit bei allen Beteiligten.

Nürnberg/München - Für viele ist es wohl ein weiterer Schritt in Richtung Normalität und raus aus dem Corona*-Trott. Seit heute haben in Bayern die Grundschulen und Kitas wieder geöffnet. Der Unterricht findet jedoch nur im Wechsel statt. Damit die Kinder wieder in die Schule gehen dürfen, muss aber die 7-Tage-Inzidenz* in der jeweiligen Region unter 100 liegen. Für Grenzregionen wie Nürnberg* eine Gratwanderung. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) hat jetzt eine Entscheidung getroffen.

Schule in Corona-Zeiten: Nürnberg geht zurück zum Distanzunterricht

Nach nur einem Tag im Wechselunterricht geht es für die Schüler in Nürnberg* ab Dienstag (23. Februar) wieder zurück in den Distanzunterricht. Das gab Oberbürgermeister Marcus König am Montagmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Franken-Metropole meldete laut RKI einen Inzidenzwert von 101,5 (Stand: Montag, 22. Februar, 3.10 Uhr). Damit überschreitet sie den Grenzwert von 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern. König dazu: „Das ist keine leichte Entscheidung, aber Sicherheit geht vor.“ Am Donnerstag soll dann entschieden werden, ob der Distanzunterricht auch in der kommenden Woche fortgeführt wird.

Im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz (Inzidenz: 111,6) will man die Infektionslage erst einmal noch weiter beobachten, so das Landratsamt. Schulen und Kitas bleiben hier vorerst geöffnet. Am Dienstag will man über weitere Schritte entscheiden. Der Landkreis Cham (Inzidenz: 107) nahm die Schul- und Kitaöffnung bereits am Sonntag zurück. Nur Abschlussklassen dürfen dort weiter im Wechsel unterrichtet werden. Insgesamt liegen laut RKI am Montag 16 Städte und Landkreise über oder knapp um die 100er-Inzidenzmarke. Unsichere Zeiten also für Schüler, Lehrer und Eltern.

Schule in Corona-Zeiten: Söder verteidigt die Öffnungen

In einer Pressekonferenz vor der Sitzung des CSU-Vorstands in München verteidigte Landeschef Markus Söder* die Schul- und Kitaöffnungen. „Nein, es ist kein Fehler.“ Die Schüler brauchten eine Perspektive. „Wir erleben ja die Kollateralschäden bei Schülern.“ Söder bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig, als den Öffnungsschritt zu verteidigen. Denn laut den Vereinbarungen der jüngsten Bund-Ländergespräche sollten Grundschulen und Kitas erst ab dem 1. März öffnen. Bayern ging also wieder einen Sonderweg.

„Wir haben jetzt Wechsel-Unterricht, wir haben eine Inzidenz-Abhängigkeit, wir haben Maske, wir haben Testkonzepte, also viel mehr an Sicherheitsfragen, das geht fast nicht“, betonte Söder. In den kommenden zehn Tagen werde sich zeigen, wie sich die Öffnungen auf die Ausbreitung des Virus* auswirkten. Zusätzlich forderte der Landechef auch verstärkt auf Schnelltests an den Schulen zu setzen. Und eine mögliche Impfpriorisierung für Lehrer und Erzieher brachte er ins Gespräch. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Viele Schulleiter sind gar nicht begeistert von den Schulöffnungen. Ihr Verband schrieb jetzt einen Brandbrief an den Kultusminister Michael Piazolo.

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