Untersuchungen laufen

Massive Daten-Panne in zwei bayerischen Testzentren: Persönliche Informationen öffentlich einsehbar

In zwei fränkischen Testzentren gab es eine massive Datenpanne.
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In zwei fränkischen Testzentren gab es eine massive Datenpanne.

In Bayern kam es in zwei Corona-Testzentren zu einem massiven Daten-Leck. Persönliche Informationen waren über einen längeren Zeitraum öffentlich einsehbar.

Forchheim/Erlangen - Pandemiebekämpfung und Datenschutz gehen in Deutschland nur schwer miteinander. Schon bei der Corona*-App gab es langwierige Diskussionen über den Schutz persönlicher Daten. Und auch bei der Corona-Impfung oder beim Corona-Test geben Menschen zahlreiche Informationen über sich preis. Dabei vertrauen sie darauf, dass diese Daten geheim und anonym bleiben. Doch in Franken kam es jetzt zu einem massiven Daten-Leck bei zwei Testzentren des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB).

Daten-Panne: In Forchheim und Erlangen waren persönliche Daten frei einsehbar

Genauer gesagt geht es um das Testzentrum im oberfränkischen Kreis Forchheim* sowie um das gemeinsame Zentrum der Stadt Erlangen* sowie des dazugehörigen Landkreises Erlangen-Höchstadt*. Hier wurden täglich zwischen 160 und 320 Termine für PCR-Tests ausgemacht - in Forchheim waren es rund 100 am Tag. Diese Termine wurden dann samt persönlicher Daten in ein Google-Spreadsheet eingetragen. Das ist die Onlineversion von Microsofts Excel. Und normalerweise haben nur begrenzt viele Menschen Zugang zu solch einem Dokument. Aber in diesem Fall waren die Daten von Personen in einem vierstelligen Bereich frei einsehbar, schreibt t-online.

Die Dokumente konnten zwar nicht einfach per Google-Suche gefunden werden. Und auch Testergebnisse waren nicht verzeichnet. Jedoch gab die Liste in Erlangen Auskunft über Nationalität, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. In Forchheim waren lediglich die Telefonnummern und der Wohnort hinterlegt. Die Liste umfasst, laut Angaben von t-online Termine von Anfang bis Ende Juni.

Daten-Panne: Liste wohl weitergereicht worden, um Unternehmen zu schaden

Wie kam es aber nun zu der Daten-Panne? Termine wurden bei den beiden Zentren über eine 0800-Nummer vergeben. Dort landete man dann in einem Call-Center der Firma abravo. Hier seien die Daten aufgenommen und die Google-Liste eingetragen worden. Ein öffentlicher Zugriff war zunächst nicht möglich, bestätigt der Leiter der Business-Unit von abravo. Nur bestimmte Personen waren für die Liste freigeschaltet. Und eigentlich auch nur für die Bearbeitung. Aber anscheinend konnten diese Personen die Berechtigung ändern. Anschließend sei der Link zu der Liste wohl weitergereicht worden, um dem Unternehmen oder den Testzentren zu schaden, so die Vermutung. Ein IT-Spezialist soll nun auf Spurensuche gehen.

Bislang sei noch unklar, wie lang die Daten einsehbar waren. Verantwortung für die Panne übernehmen sowohl der ASB als auch die Firma abravo, erklärte ein Sprecher des ASB. Die Datenlücke sei umgehend geschlossen, das Schutzniveau erhöht worden, so der Sprecher weiter. Man bedauere den Vorfall und werde die Panne bei der Aufsichtsbehörde anzeigen.

Betroffen von der Panne seien auch nur die Zentren in Forchheim und Erlangen. Der ASB betreibt noch bundesweit weitere 123 Testzentren. Diese seien aber nicht einheitlich organisiert. Und nach abravo-Angaben, sind die beiden Standorte die einzigen, für die die Firma Termine vergibt. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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