Mitarbeiter frustriert

Ungeimpfte Corona-Patienten schwer krank - Hohe Belastung für Ärzte und Pfleger: „Es ist so überflüssig“

Coronavirus Krankenhaus
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Bei Ärzten und Pflegern wächst der Frust (Archivbild).

In Nürnberg liegen mehrheitlich ungeimpfte Corona-Patienten im Krankenhaus. Ein Arzt berichtet, wie belastend die Situation aktuell für sein Team ist.

Nürnberg - Die vierte Corona*-Welle rollt auch im Freistaat. Wie CSU-Chef Markus Söder* und seine Minister immer wieder betonten, ist die Impfung* ein entscheidender Faktor in der Pandemiebekämpfung. Doch längst ist die Impfkampagne ins Stocken geraten.

Wurden in den ersten Wellen noch viele ältere Patienten mit Corona-Infektion in den Kliniken behandelt, ist das Alter nun gesunken. Im Klinikum Nürnberg* liegt der Altersschnitt aktuell bei Mitte 50, jedoch sind auch Patienten in ihren Dreißigern dabei. Wie nordbayern.de berichtet, haben sie eines gemeinsam: Sie sind nahezu alle nicht gegen Corona geimpft*. Die Zahl der Corona-Patienten habe in letzter Zeit zugenommen, berichtet Prof. Dr. Joachim Ficker im Interview mit dem Portal. Der Anstieg sei aber nicht so schnell gekommen wie noch in den Wellen zuvor.

Corona in Nürnberg: Vorwiegend Ungeimpfte im Krankenhaus

„Es ist auf den Stationen kein einziger sonst gesunder Geimpfter dabei“, berichtet der Arzt gegenüber nordbayern.de. Wenn es mal einen Impfdurchbruch gebe, dann seien das vereinzelt Ältere mit Vorerkrankungen, oft aber auch Patienten, die aufgrund einer immunschwächenden Vorerkrankung oder Therapie nur einen eingeschränkten Impferfolg hatten. Betroffen sind beispielsweise Dialysepatienten, denn bei ihnen wirken Impfungen generell schlechter. „ Aber ansonsten sind es ungeimpfte Patienten“, so der Arzt weiter.

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Ungeimpfte Corona-Patienten in Nürnberg - „Die häufigste Reaktion ist ein Erschrecken“

Doch wie reagieren ungeimpfte Corona-Patienten, die sich bewusst gegen eine Impfung entschieden haben? „Die häufigste Reaktion ist ein Erschrecken“, berichtet der Arzt dem Portal. Einige Leute sagen, dass sie die Gefahr nicht ernstgenommen haben, oder dass sie keine Zeit für eine Impfung gehabt hätten und beispielsweise im Urlaub waren. „So ein bisschen wie Ausreden, wahrscheinlich auch sich selbst gegenüber“, vermutet er. Oft hätten die Patienten auch ein schlechtes Gewissen. Was dem Mediziner dann aber auch oft auffalle: „dass andere aus der betroffenen Familie sich schnell einen Impftermin holen.“

In der Klinik hätte es auch schon Patienten gegeben, die Corona leugnen, auch wenn es aktuell viel weniger seien. Aber es gab schon welche, „ die aus der Corona-Leugner-Ecke kommen und auch nach der Erkrankung wieder auf Corona-Leugner-Demos gegangen sind. Das kann man natürlich schwer verstehen“, zitiert nordbayern.de den Nürnberger Arzt. Es seien aber mehr Menschen, die die Impfung wohl eher etwas „verschusselt“ oder aufgeschoben haben.

Corona regional: Das Update für Bayern

Arzt warnt: „Jeder, der sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit Corona infizieren“

Das Impfangebot findet er „vor allem natürlich in letzter Zeit“ ausreichend. Jeder habe die Chance, sich impfen zu lassen. „Leider spielen immer noch komische Ideen und Gerüchte, die im Internet oder in der Flüsterpropaganda rumgehen, eine Rolle.“ Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal wird der Arzt deutlich und warnt: „Jeder, der sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit Corona infizieren. Dieses Virus geht nie wieder weg. Die Frage ist nur, wann er oder sie sich infiziert.“

Wenn man die seltenen Nebenwirkungen einer Impfung gegen die typischen und häufigen „Nebenwirkungen“ einer Corona-Erkrankung abwäge, gehe das „immer deutlich zugunsten der Impfung aus“, findet der Mediziner.

Corona belastet Ärzte und Pfleger: „Warum hat der oder die sich nicht impfen lassen?“

Sein eigenes Team sei immer noch sehr belastet, auch wenn die Patientenzahl aktuell niedriger sei als im Vorjahr. Auch die Frustration scheint zu steigen: „Warum hat der oder die sich nicht impfen lassen?“ höre er derzeit häufiger in Besprechungen. „Da liegen Leute, die sind schwer krank. Und es sterben ja auch Patienten, das darf man nicht vergessen. Das tragen unsere Mitarbeiter auch emotional. Das ist eine Belastung. Und dazu kommt das Gefühl: Es ist so überflüssig, der hätte bloß zwei Impfungen gebraucht und müsste jetzt nicht hier auf der Station liegen, sondern könnte vielleicht gerade auf Malle Urlaub machen“, beschreibt er gegenüber nordbayern.de die Gefühlslage seines Teams.

Auch Ärzte und Pfleger in Rosenheim sind durch Impfverweigerer frustriert. Dort überlebte eine Frau ihre Covid-Infektion nur knapp und sagte trotzdem, dass sie sich nach wie vor nicht impfen lassen würde. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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