„Der zweite Lockdown zerstört uns das Geschäft“

Stinkefinger im Teig: Konditor macht Wut gegen Corona-Maßnahmen Luft - mit einem ganz besonderen Gebäck

Ein Krapfen in Form eines Stinkefingers.
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Aus Ärger über die Corona-Auflagen hat ein Bäcker in Bayern den Frustfinger erschaffen.

Bis zu 50 Prozent Umsatzeinbußen erwarten die Bäcker Jakob und Xaver Neumeier durch den zweiten Lockdown in Bayern. Ihre Reaktion: Sie kreieren einen Krapfen - in Form eines Stinkefingers.

  • Viele Betriebe leiden unter dem zweiten Corona-Lockdown.
  • Ein Bäcker aus Bayern hat aus Wut über die Corona-Maßnahmen einen Stinkefinger-Krapfen erschaffen.
  • Das Gebäck ist regelmäßig ausverkauft.

Bayerisch Gmain - Die Konditormeister Jakob Neumeier und sein Bruder Xaver aus Bayerisch Gmain (Landkreis Berchtesgadener Land) machen ihrem Ärger über die Corona-Auflagen in Krapfenform Luft: Die beiden haben einen „Frustfinger“ - eine Faust mit gestrecktem Mittelfinger - kreiert. Der Grund für das mit süßer Aprikosenmarmelade gefüllte Gebäck: Die beiden erwarten 50 Prozent Umsatzeinbußen. „Der zweite Lockdown zerstört uns das Geschäft.“

Coronavirus: Bayerisch Gmain: Frust-Krapfen ist regelmäßig ausverkauft

Das Frust-Gebäck kommt gut an: Es sei regelmäßig ausverkauft, verrät Neumeier. Es gebe Bestellungen von Privatkunden, ein Busunternehmen habe eine Großlieferung geordert, und sogar aus Berlin sei der Vorschlag gekommen, ein Paket in die Hauptstadt zu schicken. Mehrere Medien hatten bereits über die Krapfen-Idee berichtet.

„Der zweite Lockdown zerstört uns das Geschäft“

Konditormeister Jakob Neumeier 

Die beiden Konditoren wollen damit nach eigenen Worten in der Corona*-Krise „ein Zeichen setzen“. Die Familie betreibt zwei Bäckereien, eine in Bad Reichenhall, die andere in Bayerisch Gmain. Rot-weiße Absperrbänder zieren dort das zur Bäckerei gehörende Café und trennen die Sitzgelegenheiten vom Verkaufsraum - derzeit geschlossen.

Frustkrapfen: Bäcker wollen im Corona-Lockdown „ein Zeichen setzen“

Das Geschäft leide auch deshalb deutlich, weil sich die Kunden während des Corona*-Lockdowns kaum noch in den Laden trauten. Zudem seien Hotels und Gaststätten als Kunden erst mal weggebrochen.

Auch im Internet posten die Konditoren ihre neuste Kreation: „#frustfinger Verschenkt sie - esst sie - bringt sie euren Wirten mit, wenn ihr was zum Essen bestellt - zeigt sie her - nehmt es einfach mit Humor! Nur so lässt sich diese Zeit aushalten“, schreiben die Neumeiers auf der Facebook-Seite der Bäckerei. Die Aktion kommt an: 99 User klickten bereits auf „Gefällt mir“. (Stand 4. November, 10.33 Uhr.)

Coronavirus in Bayern: Frust-Krapfen gibt es den ganzen November zu kaufen

Den gesamten November soll es den „Frustfinger“ zu kaufen geben. Wie viele Teile bei den Brüdern schon über die Ladentheke gingen, verraten sie aber nicht. Nur so viel: „Unsere Kunden verstehen und unterstützen uns.“

Stinkefinger-Krapfen kommt auch auf Facebook an

Satte Rabatte, leere Läden: An den ersten „Lockdown-Tagen“ in München weht auch eine Katerstimmung durch die Einkaufsmeilen der Landeshauptstadt. Trotz vieler Verkaufsangebote. Corona sorgt ebenso an der bayerisch-österreichischen Grenze für Ärger. Wer welche Nachweise braucht, um über die Grenze zu kommen, löst bei manchen Unverständnis aus. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital Netzwerks. (dpa/lby/kof)

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