Damit sich Mama und Oma zuhause nicht mehr aussperren

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Der jüngste Erfinder bei "Schüler experimentieren": Eric Hofmann mit einer diebstahlsicheren Anhängerkupplung.

Dingolfing - Beim Landesfinale "Schüler experimentieren", der Vorstufe zu "Jugend forscht", stellten 86 Mädchen und Buden im BMW-Werk in Dingofing ihre inovativen Projekte vor.

Die Bilder des schrecklichen Unfalls gingen nicht mehr aus dem Kopf des 14-jährigen Dominik Schreiner. Der Schüler vom Münchner Rupprecht-Gymnasium musste mitansehen, wie ein Lastwagen beim Abbiegen eine Rollstuhlfahrerin erfasste und schwer verletzte. “Da habe ich mich entschlossen, zu helfen“, sagt der leidenschaftliche Erfinder.

Gemeinsam mit seinem Mitschüler Markus Reinert entwickelte er ein System, das Lkw-Fahrer beim Abbiegen vor Menschen im sogenannten toten Winkel warnt - mit Hilfe einer Wärmebildkamera am Seitenspiegel und eines akustischen Signals. Ob diese Entwicklung jemals serienreif wird, steht in den Sternen. Die beiden Buben haben es damit aber zum Landesfinale des Wettbewerbs “Schüler experimentieren“ geschafft.

86 Buben und Mädchen zeigten am Dienstag im niederbayerischen BMW-Werk in Dingolfing ihre Arbeiten. Ausgezeichnet werden die besten Erfindungen in den Kategorien Technik, Physik, Geo- und Raumwissenschaften, Chemie, Biologie und Arbeitswelt. “Schüler experimentieren“ ist die Vorstufe von “Jugend forscht“ und für bis zu 14 Jahre alte Jungen und Mädchen.

Das Motto bei den Schülern laute “geht nicht gibt's nicht“, erläutert Wettbewerbschefin Iris Schreiner. “Die Buben und Mädchen sind frische Querdenker, die sich nicht so leicht abspeisen lassen.“ Für die Preisvergabe sind Pfiffigkeit, Präsentation und Umsetzbarkeit der Idee entscheidend. Die meisten Schüler sind technisch begabt und haben ein großes Computerwissen.

Manche Erfindungen sind jedoch so simpel, dass man sich fragt, warum noch niemand darauf gekommen ist. Sarah Zachmann, Juliane Uhl und Josef Rauscher - alle drei zwölf Jahre alt - vom Ingolstädter Apian-Gymnasium haben einen Aussperrschutz entwickelt. “Meine Mutter und meine Oma haben sich immer wieder ausgesperrt, weil die Haustür hinter ihnen ins Schloss fiel“, erklärt Rauscher. Da habe er ein Lochblech aus dem Werkzeugkeller seines Vaters gebogen und in das Absperrloch gesteckt.

“Damit kann die Tür zufallen und von außen ohne Schlüssel wieder geöffnet werden“, erklärt Uhl. Mit dieser einfachen Konstruktion gewann das Trio bereits bei der diesjährigen internationalen Erfindermesse in Nürnberg eine Goldmedaille und hängte Kontrahenten aus China und Südkorea ab.

Deutlich komplizierter ist die Erfindung von Nico Sievers und Johannes Gawron - beide 14 - vom Gymnasium Eckental in Mittelfranken. Angespornt vom oscarprämierten Film “Avatar“ entwickelten sie einen biomechanischen Greifarm. “Dabei werden die Bewegungen des eigenen Arms auf einen computergesteuerten Greifarm übertragen“, erklärt Sievers. Dieser könne etwa im Chemielabor eingesetzt werden.

Die jungen Erfinder tasten sich fast spielerisch an ihre Ideen heran und lassen sich auch von Enttäuschungen in den Anfangsphase nicht entmutigen. So hatte auch der jüngste Teilnehmer, der zehnjährige Eric Hoffmann, zu Beginn einen Plan: Er wollte eine diebstahlsichere Anhängerkupplung bauen. “Dann habe ich mich im Internet informiert und den ganzen Plan umgeschmissen“, sagt der Schüler des Bamberger Franz-Ludwig-Gymnasiums. Jetzt präsentiert er an einem Lego-Bauteil eine Kupplung, die unter die Stoßstange gezogen wird. Hoffmann: “Vielleicht sollte ich BMW gleich mal ein Geschäft vorschlagen.“

dpa

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