Dealer verkauft "Kokain" an Zivilbeamten

München - Ein Dealer hat zwei Kunden statt des zugesagten Kokains 500 Gramm Milchzucker angeboten und ist dabei ausgerechnet an einen Vertrauensmann der Polizei geraten.

Der 28-Jährige hat am Freitag vor dem Münchner Landgericht ein Geständnis abgelegt, im Gegenzug sicherte ihm die Rauschgiftstrafkammer eine Strafe von höchstens dreieinhalb Jahren zu für den “Handel mit Stoffen, die nicht Betäubungsmittel sind, aber als solche ausgegeben werden“. Zwei gleichfalls geständigen Helfern wurden Bewährungsstrafen von zwei Jahren in Aussicht gestellt, einem dritten ein Jahr mit Bewährung.

Letzterer hatte den Kontakt zu einem vermeintlichen Interessenten hergestellt, der dem bayerischen Landeskriminalamt zuarbeitete und den verdeckten Ermittler einschaltete. Bei einem ersten Übergabetermin am 5. Oktober 2011 im Bereich des Bahnhofs von Wolfratshausen platzte der Deal laut Anklage aus ermittlungstaktischen Gründen.

Der Hauptangeklagte vereinbarte ein weiteres Treffen, bei dem er die vermeintlichen Kunden mit Pfefferspray außer Gefecht setzen und ihnen den vereinbarten Kaufpreis von 30 000 Euro abnehmen wollte.

Zwei der Mitangeklagten sollten im Hintergrund bereit stehen, um notfalls einzugreifen. Der 28-Jährige wollte zuschlagen, sobald die vermeintlichen Käufer beim Anblick des angeblichen Kokains das Geld zückten. Stattdessen klickten die Handschellen, Kollegen des verdeckt ermittelnden Polizisten standen bereit.

Rubriklistenbild: © dpa

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