Immer die gleiche Masche

Perfide Masche: Männer kommen an über eine Million Euro - Geldabholer wie im Krimi festgenommen

Sie ziehen durchs ganze Land und erleichterten Rentner um ihr Bargeld und Wertsachen. Jetzt hat die Kripo Niederbayern einen Geldabholer einer Betrügerbande festgenommen.

  • Der Kriminalpolizei Niederbayern konnte jetzt einen Trickbetrüger festnehmen.
  • Er erleichterte Senioren um mehr als eine Million Euro.
  • Der Mann ist Teil einer größeren Verbrecherorganisation.

Niederbayern - Immer wieder lassen sich Betrüger perfide Tricks einfallen, um an das Geld ahnungsloser Opfer zu gelangen. Häufig sind Senioren dabei die bevorzugte Zielgruppe. Eine Masche, die immer wieder zum Einsatz kommt, ist, sich als falsche Polizisten auszugeben. Häufig wird ein Einbruch in der Nähe vorgetäuscht, aufgrund dessen die ausgesuchten Opfer ihre Wertgegenstände zur sicheren Verwahrung an die Betrüger übergeben sollen. So auch diesmal wieder in großem Maße in Niederbayern geschehen.

Falsche Polizisten erleichtern eine Seniorin um sechsstelligen Euro-Betrag

Die Polizei Niederbayern schreibt in einer Pressemitteilung, dass eine Rentnerin aus dem Raum Deggendorf über mehrere Tage von angeblichen Polizisten angerufen und eingeschüchtert wurde. Schließlich gelang es den Betrügern, die Frau weichzukochen und sie um 600.000 Euro zu erleichtern. Ein Großteil der erbeuteten Vermögenswerte bestand aus Bargeld und Gold. Dieser Vorfall ereignete sich bereits Mitte September. Die Kriminalpolizei Niederbayern übernahm daraufhin den Fall und fand heraus, dass für den 26. Oktober eine erneute Geldübergabe geplant war. Also legten sich Kripo-Beamte - unterstützt durch Kollegen der Dienststellen Deggendorf und Straubing - auf die Lauer.

Einen Tag später konnte die Polizei dann einen 33-jährigen Kosovaren festnehmen, der das Geld abholen sollte. Der Mann sitzt mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt, nachdem ein Richter einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Der Mann gehört wohl zu einem ganzen Netzwerk an Betrügern, die auch schon Anfang Oktober in Straubing zuschlugen. Hier holte der Mann von einem Rentner Gold im Wert von 100.000 Euro und Bargeld in Höhe von rund 35.000 Euro ab.

Betrüger-Ring hat in ganz Deutschland zugeschlagen

Weitere Ermittlungen haben gezeigt, dass der 33-Jährige nicht nur in Niederbayern aktiv war. Er wurde für den Betrüger-Ring in ganz Deutschland als Abholer eingesetzt. So erbeutete er insgesamt Vermögenswerte von weit mehr als einer Million Euro. Laut seinen Angaben bei der Polizei übergab er das Geld stets an weitere Mitglieder der Bande. Er bekam lediglich einen Anteil an dem Geld. Die Kripo ermittelt jetzt weiter, um die Hintermänner des Betrüger-Rings aufzudecken. Gleichzeitig richtet sie auch eine eindringliche Bitte an Angehörige und Bekannte. Sie sollen Senioren über den Trick mit den „falschen Polizisten“ aufklären, sodass solche Betrugsmaschen bald der Vergangenheit angehören. Die Polizei gibt außerdem noch folgende Tipps. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer „110“ an. Sollten Sie bei der Polizei zurückrufen, drücken Sie dabei nicht die „Rückruftaste“, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den Betrügern landen. Wählen Sie die Nummer SELBST!
  • Lassen Sie sich nicht weiterverbinden. Bestehen Sie darauf, selbst bei Ihrer zuständigen Polizeiinspektion nachzufragen und wählen Sie die Ihnen bekannte Nummer, nachdem Sie einmal richtig aufgelegt haben.
  • Informieren Sie sich als Angehöriger über die verschiedenen Betrugsformen (Enkeltrick, falsche Polizeibeamte usw.).
  • Helfen Sie Ihren Angehörigen und Bekannten dabei, gegebenenfalls den Vornamen im Telefonbucheintrag abkürzen zu lassen oder entfernen Sie den Eintrag im Telefonbuch vollständig. Die Täter suchen im Telefonbuch nach Vornamen, die überwiegend der älteren Bevölkerungsgruppe zuzuordnen sind.
  • Bestärken Sie Ihre Angehörigen darin, einfach aufzulegen, wenn ein Anruf verdächtig erscheint. Anschließend sollte die Polizei über 110 verständigt werden.
  • Wirken Sie darauf hin, dass Ihr Angehöriger keine größeren Geldbeträge oder Wertgegenstände zu Hause aufbewahrt.

Die Polizei in München hatte es am Wochenende* wieder mit zahlreichen Corona-Maßnahmen-Gegnern zu tun. Sie musste nach kurzer Zeit die Veranstaltung auflösen. Immer mehr Polizisten werden inzwischen auch in Gesundheitsämtern zur Nachverfolgung von Corona-Fällen eingesetzt.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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