Demjanjuk droht mit Hungerstreik

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John Demjanjuk will zwei Wochen keine Nahrung mehr zu sich nehmen.

München - Der mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk will zwei Wochen nichts mehr essen, weil er seine Verhandlung für einen politisch motivierten "Schauprozess" hält. 

Der wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord an Juden angeklagte John Demjanjuk hat einen Hungerstreik angedroht. Wenn das Landgericht München II nicht von seiner Verteidigung geforderte Akten und Beweismittel einbeziehe, werde er innerhalb von zwei Wochen die Nahrungsaufnahme verweigern, kündigte der 90-Jährige am Dienstag in einer von Anwalt Ulrich Busch verlesenen Erklärung an. Die Verhandlung sei ein politisch motivierter Schauprozess. Der gebürtige Ukrainer soll 1943 als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor bei der Ermordung von 27 900 Juden in den Gaskammern geholfen haben.

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In dem Verfahren würden Entlastungsbeweismittel unterdrückt und die Historie verfälscht - das seien “Waffen der Folter“, so Demjanjuk in seiner Erklärung. “Für mich bleibt nur eine einziger Weg, der Welt zu zeigen, was für eine Verhöhnung der Gerechtigkeit dieses Verfahren darstellt.“ Es war bereits die dritte Erklärung Demjanjuks in dem 15-monatigen Verfahren.

Busch stellte erneut eine Serie von Anträgen zur Beiziehung von Akten. Unter anderem sollen die in mehr als 20 Anträgen verlangten Dokumente und Protokolle beweisen, dass die Wachmänner nur zur Außensicherung des Lagers Sobibor eingesetzt waren - und somit nichts mit den Massentötungen in den Gaskammern zu tun hatten. Wachmänner hätten - entgegen der Darstellung der Anklage - nicht fliehen können, sagte Busch. Außerdem seien die in München erhobenen Vorwürfe bereits Teil früherer Verfahren unter anderem in Israel gewesen. In Israel war Demjanjuk als vermeintlicher “Iwan der Schreckliche“ von Treblinka zum Tode verurteilt worden. Fünf Jahre später aber stellte sich heraus, dass er verwechselt worden war. Er wurde freigesprochen.

dpa

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