Details im Fall Sarah: vermüllte Wohnung, gefüllter Kühlschrank

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Die kleine Sarah ist im August 2009 gestorben.

Nürnberg - Die Wohnung war vermüllt, doch der Kühlschrank gut gefüllt - Am zweiten Prozesstag um den Hungertod des Mädchens Sarah aus Thalmässing haben Polizisten und Rettungssanitäter ihre Eindrücke geschildert:

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Auf der Anklagebank des Landgerichts Nürnberg-Fürth sitzt am Freitag die 27 Jahre alte Mutter. Im August 2009 hatten die Eltern den Notdienst gerufen. Doch die Mediziner konnten nichts mehr für das völlig ausgehungerte Mädchen tun, es starb in einer Klinik. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, Sarah so vernachlässigt zu haben, dass sie starb.

Als Polizisten und Rettungskräfte in der Wohnung der Familie eintrafen, stießen sie auf verdreckte Räume, in denen es übel roch: Ein toter Hase lag im Käfig, in der Küche stapelte sich schmutziges Geschirr. Der Kühlschrank, so ein Beamter im Zeugenstand, war jedoch gut mit frischen Lebensmitteln bestückt: Joghurt, Wurst, Schokolade, Weintrauben.

Den Rettungskräften soll die Mutter demnach erzählt haben, das Kind leide an einer Magen-Darm-Infektion und sei deshalb so abgemagert. Ein Mediziner sagte dem Gericht aber, dass man den Zustand des Mädchens nicht auf eine Krankheit zurückführen könne, die Vernachlässigungen waren weit gravierender.

Der Vater des Mädchens war bereits im November zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Eigentlich war geplant, ihn nun auch im Prozess gegen seine Frau aussagen zu lassen. Er werde jedoch die Aussage verweigern, ließ er am Freitag über einen Anwalt mitteilen. Die Mutter war zunächst wegen einer Erkrankung monatelang nicht verhandlungsfähig; sie habe ein schweres Krebsleiden, sagte ihre Anwältin. Das Landgericht ist nun der Meinung, dass die 27-Jährige zumindest zwei Stunden täglich einem Verfahren folgen kann. Ein Urteil wird am 10. Juni erwartet.

dpa

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