Lebenslang: Ehemann der Geliebten erstochen

Augsburg - Ein 41 Jahre alter Mann und seine 32-jährige Geliebte sind am Montag wegen Mordes am Ehemann der Frau zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Richter am Landgericht Augsburg sah es als erwiesen an, dass das Paar den Mord an dem 34-jährigen türkischen Familienvater gemeinsam geplant hatte. Die beiden führten seit etwa fünf Jahren eine Liebesbeziehung.

“Seinen Tod sahen sie als einzige Möglichkeit für eine gemeinsame Zukunft an“, sagte der Vorsitzende Richter. Während der Mann den Mord allein ausgeführt hatte, machte sich die Frau des Mordes in Mittäterschaft schuldig. Beide Beschuldigten hätten heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Beim Angeklagten wurde zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der Frau hatten hingegen auf Beihilfe zum Mord plädiert und sieben Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Anwälte des 41-Jährigen hätten ihn mit zehn Jahren Haft wegen Totschlags ausreichend bestraft gesehen.

Der 34-jährige Ehemann war im September 2009 tot in seiner Augsburger Wohnung gefunden worden. Arbeitskollegen hatten die Polizei alarmiert, nachdem er zwei Tage nicht zur Arbeit gekommen war. Der heute 41-Jährige hatte seinem späteren Opfer am 8. September 2009 in der Wohnung aufgelauert und ihn mit 27 Messerstichen getötet. Die Wohnungsschlüssel hatte er zuvor von dessen Ehefrau erhalten.

Die 32-Jährige hatte sich zur Tatzeit mit ihrem Sohn in der Türkei aufgehalten. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sie ihrem Geliebten telefonisch erklärt, wo sich in der Wohnung die Küchenmesser und eine Marmorvase befanden. Als der 34-Jährige spätabends nach Hause kam, griff ihn der Angeklagte hinterrücks an und schlug ihn nieder. Daraufhin tötete er den am Boden liegenden Verletzten mit mehreren Messerstichen. “Die Tat wurde mit großer Brutalität ausgeführt. Sie stellt sich als eine Hinrichtung des Opfers dar“, sagte der Richter. Die Blutspuren würden auf einen Ausbruch von Hass und Erniedrigung hindeuten.

dpa

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