Uni Eichstätt bekommt neuen Präsidenten

Eichstätt - Im dritten Anlauf soll es funktionieren: Nach zwei gescheiterten Versuchen bekommt die skandalgeschüttelte Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) am Donnerstag (26. Mai) einen neuen Präsidenten.

Zur Wahl stellen sich dem Hochschulrat der Interims-Präsident Professor Andreas Lob-Hüdepohl und der Ordensgeistliche Professor Richard Schenk, der derzeit an der Dominikaner-Hochschule im kalifornischen Berkeley lehrt. Beide treten am Tag zuvor in einem hochschulöffentlichen Hearing auf.

Die KU ist die einzige katholische Universität im deutschsprachigen Raum. In den vergangenen Jahren sorgte sie mehrfach für Negativ-Schlagzeilen: Im Frühjahr 2008 weigerte sich der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, den bereits gewählten Theologen und Manager Ulrich Hemel zum Präsidenten zu ernennen. Ein Jahr später scheiterte die Präsidentenwahl erneut. Der Theologe Reinhard Hütter wurde zwar gewählt, aber nicht ernannt. Den Bischöfen gingen seine finanziellen Forderungen zu weit, die er erst nach der Wahl erhob. Daraufhin wurde Lob-Hüdepohl Übergangschef der Uni.

Die Verantwortung für die 1980 gegründete Universität hat seit vergangenem Herbst Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz. Er trägt als Stiftungsratsvorsitzender den Titel “Magnus Cancellarius“ (Großkanzler). Früher war dies traditionell der jeweilige Eichstätter Bischof.

Marx will die kirchliche Universität attraktiver machen und zugleich das katholische Profil schärfen. “Die Möglichkeiten einer katholischen Universität sind noch nicht ganz ausgeschöpft“, hatte der Erzbischof bei einer Hochschulveranstaltung vergangenes Jahr gesagt. “Wir wollen die Besten sein.“ Marx will die internationale Attraktivität der Uni steigern. Sie solle “keine Kaderschmiede für das eigene Personal“, sondern attraktiv für alle Studierenden aus dem In- und Ausland sein. Er will mehr Studenten an die Uni locken.

Die KU hat derzeit rund 4500 Studierende. 120 Professoren, mehr als 200 wissenschaftliche Mitarbeiter und zahlreiche Dozenten unterrichten. In Eichstätt sind sieben Fakultäten angesiedelt, in Ingolstadt hat die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ihren Sitz.

lby

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