Jugendliche klauen Würstl von Grill

Freinacht-Bilanz: Eier, Brände - und dieser seltsame Baum

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In Murnau wurde ein Baum gepflanzt (l.). Rechts: Ein beschmiertes Motorrad in München.

München - Die Freinacht, auch Walpurgisnacht genannt, ist in weiten Teilen Bayerns vergleichsweise ruhig verlaufen. Doch ein paar Vorfälle gab es - in Peiting wurde eine 14-Jährige schwer verletzt, in Murnau gab es ein Rätsel um einen Baum.

Die Münchner Polizei sprach dazu von knapp 60 Einsätzen und einigen „Randalierern“. Bekannt seien Vorkommnisse der Sachbeschädigung, etwa durch illegales Knallen mit Silvesterböllern oder weil Jugendliche im Stadtgebiet mit Eiern geworfen hatten, sagte ein Sprecher am Freitag. Auch Toilettenpapier sah man in der Stadt vielerorts auf der Straße liegen.

Die meisten Einsätze hingen mit den üblichen Streichen mit Rasierschaum, Pyrotechnik, geworfenen Eiern und verschobenen mobilen Verkehrsschildern oder Absperrungen zusammen. Bis Freitagvormittag wurden bei der Polizei sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigungen aufgenommen.

Um 02.10 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei und die Feuerwehr, da Müllcontainer in der Heßstraße in Neuhausen brannten. Insgesamt brannten fünf Müllcontainer, die schnell von der Feuerwehr gelöscht werden konnten. Nach ersten Ermittlungen muss von einer Brandstiftung ausgegangen werden. Durch das Feuer wurde ein in der Nähe abgestellter Pkw ebenfalls beschädigt. Es entstand ein Sachschaden von insgesamt ca. 2.500 Euro.

Im Vorjahr lag die Zahl bei 66 Einsätzen. Nach ein Uhr sei es in München weitgehend ruhig geblieben, sagte der Polizeisprecher. Dies dürfte nicht zuletzt dem kühlen und regnerischen Wetter geschuldet gewesen sein.

Ottobrunn: Schild besprüht

Um 21.50 Uhr bemerkten Zeugen zwei Jugendliche Graffiti-Sprayer, die in der Eichendorfstraße in Ottobrunn ein Verkehrsschild besprühten. Beamte der Polizeiinspektion 28 (Ottobrunn) konnten daraufhin zwei 14-jährige Münchner in der Nähe festnehmen. Sie hatten ein Verkehrsschild mit dem Schriftzug „ACAB“ besprüht. Sie wurden wegen einer gemeinschädlichen Sachbeschädigung angezeigt und nach der Sachbearbeitung ihren Eltern übergeben.

Poing: Explosion in Telefonzelle

In Poing kam es zur Explosion in einer Telefonzelle in der Gruberstraße. Bislang Unbekannte haben vermutlich mittels sogenannter Polen-Böller die Telefonzelle komplett zerstört. Der Sachschaden beträgt ca. 5000 Euro, verletzt wurde niemand. Gegen die unbekannten Täter ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Sachbeschädigung. Wer sachdienliche Hinweise im Zusammenhang mit der Tat geben kann, wird gebeten, sich mit der Polizei Poing, Tel.: 08121/99170 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Dachau: Hoher Schaden an Autos

In Dachau beschädigten Unbekannte mehrere geparkte Autos durch zerstochene Reifen und eingeschlagene Scheiben. Der Gesamtschaden liegt ersten Schätzungen zur Folge bei 10.000 Euro.

Bad Tölz: Altkleidercontainer gegen Zaun gerollt

Mehrere Jugendliche rollten laut Polizei in der Krankenhaustraße in Bad Tölz zwei Altkleidercontainer über einen Abhang gegen einen Zaun. Zwei Jugendliche wurden unmittelbar danach in der Straße „An der Osterleite“ durch Beamte der Polizeiinspektion Bad Tölz und des Operativen Ergänzungsdienstes Weilheim kontrolliert. Der Rest der Gruppe floh vor der Polizei und entzog sich ihrer Verantwortung. Die Schadenshöhe muss noch ermittelt werden.

Murnau: Jugendliche pflanzen Baum

Ungewöhnlicher Freinacht-Scherz: Zwei Jugendliche wurden in Murnau von einer Polizeistreife angehalten. Die Beamten sahen, dass sie mit einem Spaten unterwegs waren. Nach Befragung erklärten sie, dass sie in der Mitte der Grünfläche am Kreisel der Kohlgruber Straße einen mehrere Meter hohen Laubbaum eingepflanzt hatten.

In Murnau waren am Donnerstagabend außerdem neun Kinder unterwegs, aus deren Reihen ein 13-Jähriger ein Ei auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug warf. Die erschrockene Fahrerin konnte ihr Auto, zum Glück ohne weitere Folgen, anhalten. Der Bursche stellte sich wenig später der herbeigerufenen Polizeistreife, er wurde schließlich seiner Mutter übergeben. Die restlichen mitgeführten Eier wurden seinen Kumpanen abgenommen. Ob an dem Pkw ein Sachschaden entstand, muss noch abgeklärt werden.

Garmisch-Partenkirchen: Amtsgericht besprüht

Vollkommen über die Stränge schlugen vier 13 bis 16 Jahre alte Mädchen, die den Anbau des Amtsgerichtes in Garmisch-Partenkirchen mit Graffiti beschädigten. Die vier wurden erwischt und mit zur Wache genommen, wo sie auch noch Sprühereien im Bereich der Kankerbrücke zugaben. Neben den Sprühdosen wurden auch noch Silvesterkracher bei den „Damen“ sichergestellt, ehe sie von ihren Eltern abgeholt werden konnten.

Peiting: 14-Jährige kracht durch Dach

Schwer verletzt wurde am Donnerstagabend eine 14-Jährige in Peiting, als sie durch ein Plexiglasdach brach und mehrere Meter tief fiel. Das Mädchen war zusammen mit einem 15-Jährigen gegen 20.45 Uhr über den Zaun des Freibades gestiegen und anschließend auf das Dach des Schwimmbadgebäudes geklettert. Das Plexiglas hielt jedoch dem Gewicht der 14-Jährigen nicht Stand und brach. Die Schülerin stürzte aus einer Höhe von rund fünf Metern in das Gebäude. Sie kam mit Verdacht auf einen Beckenbruch ins Unfallklinikum nach Murnau.

Geretsried: Würstl vom Grill gestohlen

Ungebetenen Besuch bekam ein Geretsrieder (48) am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr. Laut Polizei grillte der Mann im Garten seines Hauses in Stein. In einem unbeobachteten Moment durchbrach ein 16-jähriger Schüler die hölzerne Sichtschutzwand, rannte aufs Grundstück und schnappte sich vier Bratwürste vom Grill. Als eine Streife den Dieb und seine beiden Spezl (16 beziehungsweise 17 Jahre alt) stellte, hatte das Trio die Würste bereits verspeist. Die drei Burschen waren zur Tatzeit (Freinacht) erheblich alkoholisiert – der 16-Jährige handelte sich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Diebstahls ein.

Rund 900 Euro Sachschaden richteten Unbekannte in der „Freinacht“ in Penzberg an, indem sie an mehreren Stellen beleuchtete Verkehrszeichen beschädigten. An drei Stellen wurden Richtungspfeile umgeworfen und beschädigt oder zerstört.

In Augsburg bleibt es "auffällig ruhig"

In Franken berichtete die Polizei von etwa 60 Einsätzen im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht. Ähnlich hoch lag die Zahl der Einsätze in Schwaben. „Bei uns blieb es auffällig ruhig“, sagte ein Polizeisprecher in Augsburg. In Niederbayern blieb es derweil noch ruhiger. Hier sei bislang nur ein Fall im Zusammenhang mit der Freinacht bekannt, wie die Polizei am Freitag berichtete.

dpa/mm

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