Sieben Jahre nach dem Unglück

Eishalle Reichenhall: Prozess endgültig zu Ende

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Die eingestürzte Eislaufhalle in Reichenhall im Januar 2006

Traunstein - Knapp sieben Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Eislaufhalle von Bad Reichenhall hat der Bundesgerichtshof die Katastrophe strafrechtlich abgehakt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verwarf die Revision von Nebenklägern gegen den Freispruch eines angeklagten Bauingenieurs. Hinterbliebene der 15 damals ums Leben gekommenen Schlittschuhläufer hatten auch den zweiten Freispruch des Mannes vom 27. Oktober 2011 nicht hingenommen und erneut den BGH um Überprüfung gebeten. Die Staatsanwaltschaft nahm ihre Revision nach Angaben einer Gerichtssprecherin vom Freitag zurück, die damit Medienberichte bestätigte.

Am 2. Januar 2006 waren beim Einsturz der Halle 15 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen. Das Hallendach hatte den tonnenschweren Schneemassen nach tagelangen Niederschlägen nicht mehr standgehalten. Mehrere Verantwortliche waren wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Im ersten Prozess wurde 2008 der Konstrukteur des Daches zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Erneuter Freispruch für Bauingenieur

Dieses Urteil bestätigten die BGH-Richter, den Freispruch des als Gutachter für die Stadt tätigen Bauingenieurs verwarfen sie jedoch. Sein Fall musste in Traunstein neu verhandelt werden. Doch wieder sprachen die dortigen Richter den heute 59-Jährigen vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

Der Statiker hatte dem Gebäude keine drei Jahre vor dem Einsturz einen guten Zustand bescheinigt. Die mit dem Fall befassten Strafkammern waren aber übereinstimmend der Meinung, der Bauingenieur habe nur einen eng begrenzten Prüfauftrag gehabt und könne daher für das Unglück nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Bei dem mehrjährigen Prozess standen - obwohl nicht auf der Anklagebank - auch die Verantwortlichen im Rathaus des Kurortes im Kreuzfeuer der Kritik. Mehrfach hieß es in dem Verfahren, die Stadt habe sich seinerzeit selbst einen Schwarzbau genehmigt. In seiner Urteilsbegründung im zweiten Prozess sagte der Vorsitzende Richter: „Es wurde eine Vielzahl von Alarmzeichen missachtet.“ Er hielt den Beamten „Schlamperei, Ignoranz und Skrupellosigkeit“ vor.

dpa

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