Tausende Motorradfahrer kommen zum Wintercamp

Teilnehmer auf dem Elefantentreffen in Thurmansbang (Bayern) 2015. Foto: Armin Weigel/Archiv
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Teilnehmer auf dem Elefantentreffen in Thurmansbang (Bayern) 2015. Foto: Armin Weigel/Archiv

Die meisten Motorradfahrer melden ihre Maschine im Winter ab - zu kalt und gefährlich ist es den meisten Bikern. Für die ganz harten von ihnen kann es aber gar nicht eisig genug sein. Tausende Kilometer fahren sie zum Elefantentreffen im Bayerischen Wald.

Thurmansbang (dpa/lby) - Bei Nebel, Schnee und Schlamm hat im Bayerischen Wald das legendäre Elefantentreffen von Motorradfahrern aus ganz Europa begonnen. Schon am Freitagvormittag fanden sich mehr als 2000 winterfeste Biker mit ihren Maschinen und Gespannen im niederbayerischen Thurmansbang (Landkreis Freyung-Grafenau) ein. Bis Sonntag erwarten die Organisatoren sogar bis zu 4000 Motorradfahrer aus ganz Europa beim 60. Elefantentreffen des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM).

"Die weiteste Anreise hatte ein Biker aus dem russischen Wladiwostok, der mehr als 11 000 Kilometer gefahren ist", sagte der Organisator des Treffens, Wolfgang Schmitz. Ein weiterer Motorradfahrer war im Ural gestartet und hatte über einen Abstecher zum Nordkap den Weg nach Niederbayern gefunden.

Zum Start des ältesten Wintertreffens von Bikern war der Schnee fast komplett weggeschmolzen und die Temperaturen über den Gefrierpunkt angestiegen. "Das ist schade, denn die echten Winterbiker wollen natürlich Schnee und Eis", sagte der BVDM-Vorsitzende Michael Lenzen. So mussten sich viele Motorradfahrer mit ihren Maschinen durch schlammige Feldwege mühen.

Die meisten der harten Männer und Frauen, deren Anteil etwa bei einem Drittel liegt, campen im Freien. Der Boden der Zelte wird mit Stroh ausgelegt und zusätzlich helfen dicke Iso-Matten und Schlafsäcke gegen die Kälte. Die größte Gruppe stellen nach den Deutschen die Italiener. Aber auch Engländer, Franzosen, Spanier oder Niederländer zieht es immer wieder in den Bayerischen Wald.

Ein Showprogramm mit Festzelt und Livemusik gibt es nicht. "Wir leben hier den Europäischen Gedanken. Der Austausch vieler Nationalitäten über das Motorradfahren im Winter steht im Vordergrund", erläuterte Lenzen.

Laut BVDM handelt es sich um das weltweit älteste und größte Wintertreffen für Motorradfahrer. Die erste Zusammenkunft gab es 1956 bei Stuttgart. Damals kamen Fahrer der Zündapp-Gespanne KS 601 zusammen. Die Maschinen wurden als "Grüne Elefanten" bezeichnet - daher der Name Elefantentreffen. Im Bayerischen Wald treffen sich die Biker heuer zum 28. Mal.

Elefantentreffen

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