„Entheiligung“ von Weihnachten: Erzbischof übt Kritik

Bamberg - Kommerz statt Besinnung: Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat eine „Entheiligung“ des Weihnachtsfests beklagt.

Wenn aber niemandem mehr etwas heilig sei, habe das gravierende Folgen, warnte der Bamberger Oberhirte: „Neonazis, Rechtsextremen und Taliban ist das Leben anderer nicht heilig. Deshalb töten sie! Auch radikalisierten Jugendlichen und Bahnhofschlägern ist das Leben ihrer Mitmenschen nicht heilig, sie schlagen aus Kraftmeierei, Wut oder wegen einer Kleinigkeit andere halbtot.“

Fehlende Ehrfurcht vor dem Leben sei auch der Grund für Kriege. „Wem das Leben, die Heimat und das Selbstbestimmungsrecht anderer Völker heilig ist, der führt keine Kriege“, sagte Schick in einer Botschaft zum Weihnachtsfest. „Wenn uns nichts mehr heilig ist, dann zerstören wir uns selbst.“ An Weihnachten aber gehe es um das „heilige Kind in Bethlehem, von dem eine heilige Zeit ausgeht“. Weihnachten sei „der Aufruf, sich zu besinnen auf das, was heilig ist, und uns heilig sein muss, damit wir eine gute Zukunft haben“.

Für viele Menschen in Deutschland gehe es an Weihnachten jedoch nur um „Geschenketausch, gutes Essen, Urlaub und Fitness mit der Beigabe Lichterromantik, einlullender Weihnachtsmusik und Weihnachtsbaum“, kritisierte Schick.

Das Weihnachtsfest im Bamberger Dom wird traditionell mit der Christmette in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Feiertag eingeläutet. Am Sonntag gibt es feierliche Messen, am zweiten Feiertag feiert Weihbischof Werner Radspieler sein 25. Bischofsjubiläum in einem Gottesdienst.

dpa

Rubriklistenbild: © Erzbistum Bamberg/dapd

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