Wert von zehn Millionen Euro

180 Kilo gefunden: Koks-Mafia beliefert Supermarkt

Ein Teil der Beute: 60 Kilo des beschlagnahmten Kokains präsentierte das Bayerische Landeskriminalamt vor Journalisten.
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Ein Teil der Beute: 60 Kilo des beschlagnahmten Kokains präsentierte das Bayerische Landeskriminalamt vor Journalisten.

Die Polizei ermittelt gegen einen Drogenring, der Kokain über Bananenkisten an Supermärkte liefert. Es geht um Waren im Wert von zehn Millionen Euro.

Kiefersfelden - Astrein, diese Bananen. Frisch angeliefert, sattes Gelb und gekrümmt, wie es sich gehört. Doch als ein Supermarktmitarbeiter in Kiefersfelden die Kiste weiter ausräumt, blitzt unter den schönen Bananen etwas Braunes durch. Ein Packerl, dann ein zweites und mehr. Alle mit Kokain gefüllt! Im Verlauf des vergangenen Freitags tauchten solche Packerl noch in neun weiteren Filialen derselben Kette in Ober- und Niederbayern sowie in Schwaben auf.

Inzwischen stapeln sich bei den Ermittlern des Bayerischen Landeskriminalamts viele weitere: Insgesamt 180 Kilo Kokain, alle nach Südbayern gekommen per Bananenfracht, Schwarzmarktwert: zehn Millionen Euro.

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„Filialen und Zentrallager überprüft“

Allein in sechs oberbayerischen Märkten wurden Mitarbeiter von den braunen Packerln überrascht, in Piding etwa, drei im Landkreis Rosenheim, dazu in den Kreisen Traunstein und Landsberg. „Durch Polizisten wurde zahlreiche weitere Filialen der Supermarktkette und zwei Zentrallager in Bayern überprüft“, hieß es am Montag vom Bayerischen Landeskriminalamt. Gefunden wurde nichts mehr.

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Immer wieder kommt es vor, dass in Bananenkisten Kokain auftaucht. Vor acht Jahren lagen in Illertissen solche Kisten mit 28 Kilo der harten Droge. Von diesem Fall war bekannt, dass die Bananen Teil einer Obstlieferung war, die an Supermärkte gegangen war. Die Bananen stammten aus Kolumbien und wurden in Antwerpen angelandet.

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Diesmal könnte es ähnlich gelaufen sein. „Die Transportwege müssten sich bis zum Container, in dem die Bananen nach Europa kamen, nachvollziehen lassen“, so Ludwig Waldinger vom LKA. Doch bei den Ermittlungen stehen die Fahnder erst am Anfang. Sicher ist: Irgend jemandem ist in der Transportkette zum Abnehmer ein Fehler unterlaufen. Die weitere Untersuchung wird nun von der Ermittlungsgruppe Rauschgift Südbayern übernommen.

mc

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