1. kreisbote-de
  2. Bayern

EU fördert Altöl-Recycling: Pilotanlage in Schweinfurt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Altöl ist giftig für die Umwelt und muss daher nach strengen Vorschriften gesammelt und verwertet werden. Bislang werden gebrauchte Schmierstoffe aber häufig verbrannt. Mit einer neuen Technologie könnte die Recyclingquote steigen.

Schweinfurt/Göteborg - Mit Fördermitteln der EU soll eine in Bayern erprobte Technologie zur Wiederverwendung von Industrieöl den internationalen Durchbruch schaffen. Brüssel hat für den Bau einer entsprechenden Anlage im spanischen Tudela 1,67 Millionen Euro bewilligt, wie der schwedische Konzern SKF am Dienstag mitteilte. Getestet wurde das Verfahren bislang am SKF-Standort Schweinfurt in Unterfranken, unter anderem in Kooperation mit Siemens.

Die neue Technologie soll es möglich machen, den Schmierstoffverbrauch stark zu reduzieren: „Weniger Bedarf an frischem Öl heißt weniger Ölförderung, weniger aufwendige Raffinerieprozesse, weniger Ölverbrennung und damit weniger CO2-Ausstoß“, sagte SKF-Deutschlandchef Martin Johannsmann.

Recycling-Technologien für Altöle gibt es bereits. Doch wird nach wie vor ein beträchtlicher Anteil gebrauchter Schmierstoffe verbrannt, nach Angaben des Schmierstoffverbands VSI beispielsweise als Brennstoff bei der Zementherstellung. Der weltweite Schmierstoffverbrauch wurde 2020 auf etwa 36 Millionen Tonnen geschätzt, ein Viertel davon Industrieöle.

Schmierstoffe in Motoren, Maschinen, Kugellagern und anderen Anwendungen nehmen im Laufe der Zeit Verschleißstoffe und andere Schmutzpartikel auf. Bei dem in Schweinfurt getesteten Verfahren werden diese Schmutzpartikel zunächst chemisch vom Schmierstoff separiert und anschließend herausgefiltert.

Siemens testet das Verfahren in seinem Nürnberger Werk. Abgesehen vom niedrigeren CO2-Ausstoß wegen geringerem Schmierstoffverbrauch kann die Technologie laut Siemens-Manager Walter Filipp Rosinski auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern und Verfügbarkeit und Leistung der Maschinen erhöhen. dpa

Auch interessant

Kommentare