Ex-Bischof Müller: Harte Linie bei Geschiedenen

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Gerhard Ludwig Müller

Rom - Der frühere Regensburger Bischof Müller bleibt in Rom seiner harten Linie treu: Die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene lehnt er weiterhin ab. Sein früherer Posten wird seiner Meinung nach rasch wieder besetzt sein.

Der neue Präfekt der Römischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, fährt beim Thema Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene erwartungsgemäß eine harte Linie. “Eine gültig geschlossene Ehe unter Christen ist unauflöslich und umfasst das Versprechen der lebenslangen Treue“, sagte der als konservativ geltende Erzbischof und frühere Regensburger Oberhirte der “Passauer Neuen Presse“ und der “Mittelbayerischen Zeitung“ (Samstag). Die Lehre der katholischen Kirche sei da “ganz klar“.

Demnach dürfen Geschiedene, die wieder geheiratet haben, die Sakramente nicht entgegennehmen. Jüngst hatten knapp 200 Geistliche die Kirche aufgefordert, erneut Verheiratete zur Kommunion zuzulassen.

Müller betonte jedoch, man müsse auch auf die Kinder aus geschiedenen Ehen achten. Es gebe viele Tragödien, wenn die Kinder in die “Frontlinien“ gerieten. Daher müsse die Kirche “eine Mentalität hinterfragen, die das Versprechen der Familiengründung zu locker sieht“.

Zu den sich hinziehenden Verhandlungen des Vatikans mit den Piusbrüdern sagte Müller: “Irgendwann kommt der Point of no Return (Punkt ohne Wiederkehr) und man muss sich entscheiden: Will man die Einheit mit der Kirche?“ Müller fordert, dass die Bruderschaft das Zweite Vatikanische Konzil “formal und inhaltlich“ akzeptiert. “Daran führt kein Weg vorbei.“ Wer wieder katholisch werden wolle, müsse die Autorität des Papstes und der Bischöfe anerkennen. “Niemand darf meinen, dass man eigene Vorstellungen der katholischen Kirche aufdrängen kann.“ In der Vergangenheit hatte sich Müller sehr kritisch über die Repräsentanten der ultrakonservativen Piusbruderschaft geäußert.

Papst Benedikt XVI. hatte Müller am Montag nach Rom abberufen und zum Erzbischof ernannt, um die einflussreiche Glaubenskongregation zu leiten. Der 64-Jährige bekleidet damit das dritthöchste Amt im Vatikan. Die Kongregation für die Glaubenslehre soll die Kirche vor Irrlehren schützen - sie ist die Nachfolgerin der Heiligen Inquisition, die in früheren Jahrhunderten für die Reinheit des Glaubens mit Gewalt gegen Andersgläubige und Kirchenkritiker vorging.

Bei der Wiederbesetzung des Regensburger Bischofsstuhls erwartet Müller eine Entscheidung bis Ende des Jahres. Nach den Sommerferien werde “das Prozedere voll in die Gänge kommen“. Schon wegen der Vorbereitungen für den Katholikentag 2014 in Regensburg gehe er davon aus, dass “so schnell wie möglich“ entschieden wird: “Ich hoffe, noch in diesem Jahr.“

Benedikt XVI. überließ Müller seine alte Kardinalswohnung in Rom. Die Bücher, die noch dort sind, und andere Dinge sollen laut Müller dem “Institut Papst Benedikt“ in Regensburg zur Verfügung gestellt werden, weil dieses für die Herausgabe der Werke Joseph Ratzingers zuständig ist. Müller sagte, das Kirchenoberhaupt habe in der Wohnung offenbar Sachen aufbewahrt, die er nach der Papstwahl “nicht unmittelbar für den Umzug ins päpstliche Appartement gebraucht hat“.

dpa

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