Fast drei Jahre nach Brumadinho-Katastrophe: Prozess

Justitia
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Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Nach der Staudamm-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho Anfang 2019 haben die betroffene Gemeinde und die Familie eines der 260 Todesopfer den TÜV Süd auf Schadenersatz verklagt - vor dem Landgericht München beginnt nun heute der Musterprozess. Die Anwälte der Kläger vertreten nach eigenen Angaben aber 1200 Geschädigte und erhoffen letztendlich Entschädigungen im dreistelligen Millionen-Bereich.

München/Brumadinho - Das Rückhaltebecken einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am 25. Januar 2019 gebrochen. Mindestens 260 Menschen waren von der Schlammlawine getötet worden. Eine Tochtergesellschaft des TÜV Süd hatte den Damm ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden. Der TÜV Süd sieht aber keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch, weil der Bergbaukonzern Vale Vorgaben nicht eingehalten habe.

Vale hat inzwischen in einem gerichtlichen Vergleich mit dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais fast sechs Milliarden Euro Entschädigung zugesagt. Etwa ein Drittel der Summe soll nach Angaben der brasilianischen Behörden der Gemeinde Brumadinho und der Bevölkerung dort zugutekommen. Das sei aber „eine Mogelpackung“, denn es seien keine direkten Zahlungen an die Opfer vorgesehen, sagte Kläger-Anwalt Jan Erik Spangenberg.

Kläger im Münchner Musterverfahren sind neben der Gemeinde Brumadinho die Angehörigen einer Vale-Ingenieurin, die bei dem Dammbruch zu Tode kam. Dass die Kammer bereits eine Entscheidung verkündet, ist nach Angaben einer Sprecherin unwahrscheinlich. Spangenberg rechnet aber mit einer ersten Einschätzung zu einigen wesentlichen Fragen. dpa

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