Experten-Gutachten

Forschungszentren: Gut, aber reformbedürftig

München - Bayerns nicht-universitäre Forschungsinstitute sollen moderner werden: Vor allem die bayerische Akademie der Wissenschaften ist laut eines Gutachtens reformbedürftig.

Eine Expertenkommission fand strukturell-organisatorische Defizite bei fast allen 13 untersuchten Instituten, die vom Land finanziert werden. Sie sollen nach dem am Mittwoch vom Wissenschaftsministerium veröffentlichten Bericht nun Reformen umsetzen. Ziel sei, den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Bayern voranzubringen. Es gehe nicht um finanzielle Kürzungen. „Explizit sollte die Strukturkommission nicht den Charakter einer "Einspar-Kommission" haben“, heißt es in dem 270-seitigen Bericht.

Allen voran soll die renommierte Bayerische Akademie der Wissenschaften als größte der untersuchten Einrichtungen neu strukturiert werden. Ihr Jahresetat von 30 Millionen Euro entspricht der Hälfte des Gesamtetats der 13 untersuchten Einrichtungen. Sie finanziert daraus unter anderem das renommierte Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) mit Europas schnellstem Rechner SuperMUC in Garching. Die Akademie, die sich als Gelehrtengemeinschaft und Forschungseinrichtung definiert, soll sich stärker auf die Forschung konzentrieren. Die Nachwuchsförderung soll ausgebaut und der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft intensiviert werden.

"Zukunftsweisende Vorschläge"

„Die Empfehlungen enthalten zukunftsweisende Vorschläge für eine verbesserte und zeitgemäße Struktur der Akademie“, sagte ihr Präsident Karl-Heinz Hoffmann in einer ersten Stellungnahme.

Insgesamt bescheinigt die von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) vor eineinhalb Jahren ins Leben gerufene Kommission den Einrichtungen ein „bemerkenswert hohes, in weiten Teilen ein auch im internationalen Vergleich hervorragendes und punktuell führendes wissenschaftliches Niveau“. Fast alle Institute könnten ihr Potenzial jedoch noch nicht voll entfalten. Die „imposante Forschungskapazität“ komme durch die Zergliederung der Einrichtungen nicht voll zur Wirkung. Drei kleinere Einrichtungen seien den internationalen wissenschaftlichen Maßstäben nicht gerecht geworden. Ihre Auflösung sei nicht ausgeschlossen.

Heubisch kündigte an, er werde die Empfehlungen für alle Institute im Einzelnen bewerten und dem Kabinett noch vor der Sommerpause eine erste Einschätzung geben. „Verbindliche Umsetzungsmaßnahmen werden wir erst in der neuen Legislaturperiode ergreifen können.“

dpa

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