Forschungsbohrung durch 15 Millionen Jahre alte Schichten

Forschungsbohrung im Oberallgäu. Foto: Birgit Ellinger
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Forschungsbohrung im Oberallgäu. Foto: Birgit Ellinger

Betzigau (dpa/lby) - Mit einer Forschungsbohrung im Oberallgäu will das Landesamt für Umwelt (LfU) neue Erkenntnisse über den Verlauf der Eiszeiten erlangen. Dazu bohren sich die Geologen derzeit durch Schichten, die mehr als 15 Millionen Jahre alt sind. Vor einer Woche haben die Bohrungen im Wildpoldsrieder Becken bei Kempten begonnen. Am Donnerstag gab das LfU erste Ergebnisse bekannt. "Wir sind überrascht, wie schnell wir auf Eiszeitablagerungen gestoßen sind. Nach 30 Metern hatten wir diese Schichten schon erreicht", sagte Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes im LfU.

Was vor 15 000 Jahren ein Voralpensee war, ist nach Angaben des LfU heute ein mit Lagen aus Lehm und Ton aufgefülltes Becken. Über den Aufbau dieser Seeablagerungen und die Tiefe des verschwundenen Sees war bislang wenig bekannt. Mit der Forschungsbohrung, die seit einer Woche läuft, wurden diese Seeablagerungen vollständig durchbohrt - bis in die darunterliegenden Schichten aus der letzten Eiszeit.

Für die Untersuchung, die im Rahmen der geologischen Landesaufnahme erfolgt, wurde ein neun Meter hoher Bohrturm errichtet. Ende dieser Woche sollen die Bohrungen abgeschlossen sein, danach werde das Bohrkernmaterial wissenschaftlich untersucht. In den nächsten Jahren sollen den Angaben zufolge im gesamten Alpenraum solche Tiefenstrukturen untersucht werden. In Bayern ist als nächstes eine Bohrung im Raum Bad Tölz geplant, wo es ebenfalls verschwundene Seen geben soll. "Sinn der Bohrungen ist, die Klimageschichte von der Eiszeit bis heute zu rekonstruieren", sagte Eichhorn.

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