Fränkischer Bund: Kritik am Königs-Kult

Heuer ist der "Kini" überall präsent - auch auf Schlüsselanhängern. Das gefällt nicht jedem.

Weidenberg - Tausende gedachten am Wochenende dem "Märchenkönig". Dieser "Kini"-Kult gefällt nicht jedem. Kritische Anmerkungen kommen etwa vom Fränkischen Bund. Die Argumente:  

Der Fränkische Bund hat den Kult um Bayerns “Märchenkönig“ Ludwig II. kritisiert. Für die Region Franken habe das Hause Wittelsbach, dem der “Kini“ entstammte, nicht viel Gutes gebracht. Würzburg und Bamberg seien jahrhundertelang nicht von der Königsfamilie kultiviert und geprägt worden, sondern von der katholischen Kirche, sagte Vorstandsmitglied Joachim Kalb am Dienstag.

Am Wochenende hatten Tausende des Bayern-Königs gedacht. Er war vor 125 Jahren zu Tode gekommen.

 Hof, Bayreuth, Erlangen und Ansbach seien maßgeblich von den Preußen gestaltet worden, teilte Kalb mit. “Nürnberg und die freien Reichsstädte verdanken ihre Pracht Handwerkern und Kaufleuten früherer Jahrhunderte.“ Nach dem Anschluss Frankens an Bayern hätten die Wittelsbacher zudem fränkische Kulturgüter in gigantischem Ausmaß zerstört, verramscht und verschleppt, sagte der Vertreter des Vereins zur Wahrung und Durchsetzung gesamtfränkischer Interessen weiter.

Obwohl es seit 1918 keine Monarchie mehr gebe, kralle sich das Königshaus bis heute unter anderem am Bamberger Domschatz fest. Die einzige Gegenleistung dafür seien jedoch einige Denkmäler und die Umbenennung von Straßen und Plätzen. Die Überbetonung der Großbauten des “Kinis“ am Alpenrand - wie etwa Schloss Neuschwanstein - sorgen laut Kalb bis heute dafür, dass Franken in der Tourismuswerbung im Freistaat hinter Altbayern steht. “Es gibt sicher gerade in Franken keinen Grund, den Wittelsbachern mitsamt ihrem Kini in irgendeiner Form zu huldigen“, erklärte Kalb.

lby

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