Nachwuchs-Probleme

An Frankens Badeseen fehlen Rettungsschwimmer

Ebensfeld - In der Fernsehserie "Baywatch" mit Pamela Anderson und David Hasselhoff wirkt es wie ein Traumjob, die Wirklich sieht - zumindest in Franken - aber ganz anders aus: An den fränkischen Badeseen werden dringend Rettungsschwimmer gesucht.

Nur an zwei Seen, dem Ostsee Bad Staffelstein und dem Ebensfelder See, sei in der Saison auch unter der Woche eine ganztägige Aufsicht vorhanden, teilte das Flussparadies Franken mit.

„Wie bei vielen Ehrenämtern fehlt uns leider einfach der Nachwuchs“, sagte Harald Beuschel von der BRK-Wasserwacht Lichtenfels bei einer Tagung in Ebensfeld. „Und diejenigen, die dann voll ausgebildete Rettungsschwimmer sind, haben unter der Woche einfach keine Zeit.“ Der Markt Ebensfeld hatte sogar schon versucht, über Anzeigen Studenten als Saisonkräfte zu finden - gemeldet habe sich aber niemand.

„Rettungsschwimmer brauchen das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber, müssen aber natürlich auch von der menschlichen Seite geeignet sein“, erläuterte der bayerische DLRG-Sprecher Michael Förster. Dazu zähle vor allem Zuverlässigkeit. „Es reicht nicht aus, alle paar Wochen einmal Zeit zu haben. Es gibt da feste Dienstpläne.“ Eine Rettungsstation müsse zudem mit mehreren Personen besetzt sein: Einem Wachleiter, einem Sanitäter und zwei Rettungsschwimmern. „Das ist Mindeststandard.“ An den größeren fränkischen Badeseen, wo Rettungsboote vorhanden seien, werde zudem ein Bootsführer benötigt. Dieser Personalaufwand sei unter der Woche kaum zu leisten.

„Erschreckend ist, dass die Leute glauben, dass da schon irgendwo einer ist, der sie im Notfall rausholt, auch wenn die Signalfahne anzeigt, dass die Station gerade nicht besetzt ist“, berichtete Detlef Sperlich von der oberfränkischen Gemeinde Michelau. Er hat schon erlebt, dass Badegäste am Rudufersee noch seelenruhig ins Wasser gegangen sind, obwohl schon die ersten Blitze am Himmel zuckten. Als er sie darauf ansprach, bekam er zur Antwort, dass es noch keine Durchsage zum Verlassen des Sees gegeben hätte und man doch sicherlich bei Gefahr gewarnt werden würde.

Im kommenden Jahr wollen BRK, Wasserwacht und DLRG das Thema „Sicherheit an Seen“ zum Mittelpunkt einer eigenen Tagung machen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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