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Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt: Keine Ukraine-Auswirkung

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Ein Schild steht vor einem Standort der Agentur für Arbeit. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wäre eigentlich Anlass zu guter Laune. Doch der Krieg in der Ukraine wirft seinen Schatten voraus.

Nürnberg - Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt hat die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat im März unter das Vorkrisenniveau sinken lassen. Zum Stichtag am 14. März waren 230.242 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 16.097 oder 6,5 Prozent weniger als im Februar, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte.

Die Zahl lag demnach unter dem Wert vom März 2020, dem letzten Monat vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote lag im März bei 3,0 Prozent. Sie sank im Vergleich zum Februar (3,3 Prozent) deutlich und lag ebenfalls unter dem Wert von vor der Pandemie im März 2020 (3,1 Prozent).

Die Auswirkungen des Angriffs Russlands machten sich in der März-Statistik noch nicht bemerkbar. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) geht laut der Regionaldirektion aber davon aus, dass der für dieses Jahr erwartete Aufschwung dadurch deutlich ausgebremst wird.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte: „Jetzt gilt es, schnell Ukrainer in die bayerische Wirtschaft zu integrieren.“ Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) hatte in der Sache zuletzt für Geduld plädiert. Man solle ein bisschen vorsichtiger vorangehen und nicht sofort jeden Geflüchteten als Arbeits- und Fachkraft sehen. Entscheidend seien humanitäre Hilfe und Solidarität, der Arbeitsmarkt müsse ein nächster Schritt sein. Mögliche Schwerpunkte könnten dann Gesundheitsberufe, Kita oder Schule sein.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Bayern, Bernhard Stiedl, sagte: „Wir wissen, dass Frauen mit Kindern die derzeitige Kerngruppe der Geflüchteten stellen. Hier muss das Angebot an Sprachkursen noch deutlich ausgebaut und auf die Zielgruppe zugeschnitten werden. Besonders wichtig sind Halbtagskurse mit Kinderbetreuung.“

Am Donnerstag sagte Arbeitsministerin Scharf, das Thema Kurzarbeit werde nun wieder wichtiger. Sie freue sich, dass die Bundesregierung die Forderung nach Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und Sonderregelungen für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld aufgegriffen habe. „Jetzt muss sie dieses Instrument auch bei der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge rasch und beherzt anwenden, damit Beschäftigung und Liquidität gesichert bleiben“, sagte Scharf.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, warnte: „Wenn infolge des Krieges Erdgas ausbleibt, würde die ganze Wertschöpfungskette zum Erliegen kommen.“ Direkt davon betroffen wären in Bayern demnach Betriebe mit mindestens 220 000 Beschäftigten. dpa

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