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Fürth steigt aus Bundesliga ab: „Bis Schluss dran geglaubt“

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SpVgg Greuther Fürth - Bayer 04 Leverkusen
Der Fürther Trainer Stefan Leitl gestikuliert am Spielfeldrand. © Daniel Karmann/dpa

Greuther Fürth ist abgestiegen. Gegen Leverkusen schlagen sich die Franken teilweise selbst. Beim Sportdirektor fließen Tränen. Der Trainer fühlt sich „scheiße“. Der Kapitän formuliert neue Ziele.

Fürth - Kapitän Branimir Hrgota vergrub sein Gesicht im Trikot und führte dann seine Mannschaft unter lauten „Kleeblatt Fürth“-Rufen vor die Fankurve. Wenige Meter entfernt weinte Sportdirektor Rachid Azzouzi nach dem Abstieg der SpVgg Greuther Fürth aus der Fußball-Bundesliga bittere Tränen. Die Franken, die seit September Tabellenletzter waren, können nach dem 1:4 (1:2) gegen Bayer Leverkusen an den verbleibenden drei Spieltagen nicht mehr den Relegationsplatz erreichen.

„Es fühlt sich nicht gut an. Ich habe immer bis zum Schluss dran geglaubt, dass uns dieses Wunder gelingen könnte. Deshalb ist meine Gefühlslage einfach scheiße heute“, sagte Trainer Stefan Leitl. Seine Mannschaft sei abermals an ihre Leistungsgrenze gegangen. „Aber es reicht leider nicht, um in der Liga zu bleiben“, sagte der 44-Jährige.

Im Gegensatz zu ihm konnte Azzouzi seine Emotionen nicht mehr zurückhalten. „Es tut halt weh. Du gibst so viel und es reicht manchmal nicht“, sagte Azzouzi bei Sky und wischte sich immer wieder die Tränen aus den Augen. „Es wird wieder weitergehen. Wir greifen nochmal an nächstes Jahr.“

Jetro Willems (5. Minute) hatte Fürth mit seinem ersten Bundesliga-Treffer vor 11.579 Zuschauern zwar in Führung gebracht. Doch Patrik Schick (9.), Sardar Azmoun (18.), Paulinho (58.) und Exequiel Palacios (84.) zerstörten die ohnehin geringen Fürther Hoffnungen auf ein Fußball-Märchen. „Wir haben die ganze Saison gekämpft. Wir haben alles versucht. Vor allem die letzten Spiele hat man gesehen, dass wir kämpfen“, sagte Hrgota.

Die Spielvereinigung kehrt damit wie schon nach ihrem ersten Bundesliga-Aufstieg 2012 nach nur einer Spielzeit in die 2. Liga zurück. Trotz einer Leistungssteigerung in der Rückrunde war die Hypothek des verheerenden Saisonstarts am Ende zu groß. Leverkusen sammelte am Samstag hingegen wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Ziele für die ausbleibenden drei Spiele haben die Fürther dennoch. „Unser Ziel ist, dass wir auswärts gewinnen. Wir werden alles geben“, sagte Hrgota. Bislang feierte die Spielvereinigung drei Siege - alle zuhause.

Kampflos wollten sich die Franken aber nicht verabschieden und starteten furios in die Partie. Ein Abpraller von Bayer-Keeper Lukas Hradecky landete bei Fürths Startelf-Debütant Jessic Ngankam, der den freistehenden Willems bediente. Aus kurzer Distanz erzielte der Niederländer im 68. Bundesliga-Spiel sein erstes Tor.

Die aufkommende Euphorie im Sportpark Ronhof hielt nicht lange an. Nach einer Ecke traf Schick, der beim 7:1 im Hinspiel schon vier Tore erzielt hatte, mit der Hacke. Da der Ball von Fürths Kapitän Hrgota kam, stand Schick nicht im Abseits.

In der Folge entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch von zwei Mannschaften auf Augenhöhe - bis zum dicken Patzer des Fürther Schlussmanns Andreas Linde. Der Schwede spielte den Ball dem anlaufenden Azmoun direkt in den Fuß - der Iraner bedankte sich mit seinem ersten Bundesliga-Treffer.

Während die Werkself die Partie nun dominierte, offenbarte Fürth mehr und mehr die Schwächen, die sie in der Saison bereits viele Punkte gekostet hatten: Einfache Ballverluste im Spiel nach vorne und eine extrem löchrige Abwehr.

Nach der Pause blieben die Hausherren zunächst weiter harmlos. Leverkusen sorgte gut eine halbe Stunde vor Schluss für die Vorentscheidung. Nach einem feinen Doppelpass mit Azmoun verstolperte Paulinho zuerst. Im zweiten Versuch konnte der Brasilianer den Ball dann aber doch über die Linie drücken.

Obwohl in Fürth nun niemand mehr an ein Wunder glaubte, drückte die Spielvereinigung auf den Anschlusstreffer. Doch stattdessen erzielte Leverkusen das vierte Tor. dpa

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