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Geldstrafe für illegalen Abriss des Uhrmacherhäusls

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Sein Abriss 2017 macht das denkmalgeschützte Uhrmacherhäusl in München zu einem Symbol für gnadenlose Gentrifizierung. Jetzt ist der Käufer des Hauses verurteilt worden.

München - Für den illegalen Abriss des denkmalgeschützten Münchner Uhrmacherhäusls ist der Käufer des Hauses zu einer Geldstrafe von 132.500 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht verhängte am Freitag 250 Tagessätze zu je 530 Euro wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Nötigung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er einen Bauunternehmer damit beauftragte, das Haus 2017 mit einem Bagger absichtlich zu zerstören, damit es danach abgerissen werden kann. Auch den Vorwurf der Nötigung sah das Gericht bestätigt. Laut Anklage soll er die Mieter des Uhrmacherhäusls rausgeekelt haben, indem das Wasser abgedreht, der Strom abgeschaltet, die Haustür ausgehängt und Dachziegel entfernt wurden, damit es hineinregnet.

Der Bauunternehmer wurde wegen Beihilfe zur gemeinschädlichen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 40 Euro verurteilt.

Der angeklagte Käufer des Hauses hatte vor Gericht von einem Versehen gesprochen und eine Abriss-Absicht zu Beginn des Verfahrens über seine Anwälte bestritten: „Es hat keinen Auftrag zum Abriss gegeben.“ Der Mann werde „zum Sündenbock“ für die Gentrifizierung in München gemacht, sagte sein Verteidiger. „Er ist eben kein Immobilienhai, sondern erwarb das Uhrmacherhäusl, um nach Sanierung selbst einzuziehen.“ Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht.

Das Uhrmacherhäusl beschäftigt Anwohner, Denkmalschützer und die Politik schon seit Jahren. Es gehört zum Ensemble Feldmüllersiedlung im Stadtteil Giesing, das zwischen 1840 und 1845 erbaut wurde, und stand unter Denkmalschutz - bis im Herbst 2017 der Bagger kam, um den es nun im Prozess ging.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) begrüßte die Verurteilung des Uhrmacherhäusl-Eigentümers. „Nachdem der Eigentümer des Uhrmacherhäusls schon zum Wiederaufbau verdonnert wurde, hat das Amtsgericht München jetzt auch festgestellt, dass er sich wegen Nötigung und Sachbeschädigung strafbar gemacht hat“, sagte er. „Über die Höhe der Strafe kann man streiten, aber feststeht: Wer Mieter raus ekelt und denkmalgeschützte Häuser illegal abreißt kommt damit nicht durch.“

Das Urteil ist nicht die erste Niederlage des Hausbesitzers vor Gericht. Im Jahr 2021 hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass der Käufer das Uhrmacherhäuschen mit seinen historischen Gebäudemaßen wieder aufbauen muss. dpa

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