Giftäcker-Affäre

Skandal-Landwirt will wieder Biogas produzieren

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Ein Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens pumpt im August 2002 auf einem Grundstück bei Neuendettelsau in Mittelfranken kontaminiertes Regenwasser ab.

Neuendettelsau/Ansbach - Er sorgte für einen der größten Umweltskandale in Bayern. Nun will der Landwirt des "Giftäcker-Skandals" erklagen, dass er wieder Biogas produzieren darf.

Rund elf Jahre nach dem Giftäcker-Skandal von Neuendettelsau will der seinerzeit in die Affäre verwickelte Landwirt auf seinem Hof wieder Biogas produzieren - die Behörden sind aber strikt dagegen. Der Fall werde daher an diesem Mittwoch (24. April) das Verwaltungsgericht Ansbach beschäftigten, teilte ein Gerichtssprecher am Montag mit. In einer Klage wendet sich der Landwirt gegen einen Ablehnungsbescheid des Landratsamtes Ansbach; die Behörde habe ihre Entscheidung damit begründet, es fehle dem Landwirt sowohl am erforderlichen Siloraum für Gülle, Festmist und Grünschnitt als auch an einem Lager für Gärreste.

Der Landwirt, der 2004 wegen vorsätzlicher Boden- und Gewässerverunreinigung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, beruft sich hingegen auf eine Baugenehmigung für seine Biogasanlage aus dem Jahr 1996; diese habe weiterhin Bestand. Das Landratsamt hatte nach Bekanntwerden des Giftäcker-Skandals im Jahr 2002 die Anlage stillgelegt. Der Landwirt hatte seinerzeit in seiner Biogasanlage illegal Industriemüll entsorgt. Als ihm die Lieferungen über die Kopf wuchsen, brachte er rund 2500 Tonnen giftiger Abfälle - darunter Lacke, Fette und Ameisensäure - auf seinen Äckern aus. Er hatte damit für einen der größten landwirtschaftlichen Umweltskandale in Bayern gesorgt.

dpa

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