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Gletscher in den Bayerischen Alpen verschwunden – Forscher stellen Messungen ein

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Von: Martina Lippl

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Südlicher Schneeferner: Gletscher ist geschmolzen - Status verloren (Archivfoto vom 11. August 2021).
Gletscher verliert seinen Status: Das Eis am Südlichen Schneeferner ist dramatisch geschmolzen (Archivfoto vom 11. August 2021). © Angelika Warmuth/dpa

Das ewige Eis ist geschmolzen – zu sehr. Ein Gletscher ist in diesem Sommer in den bayerischen Alpen verschwunden. Damit gibt es in Deutschland nur noch vier Gletscher.

München – Der Klimawandel ist unaufhaltsam. Die Gletscher in den europäischen Alpen sind in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. Dramatisch ist die Entwicklung in den bayerischen Alpen. Ein Gletscher ist nun nach dem heißen Sommer 2022 verschwunden. Der Südliche Schneeferner hat seinen Status als Gletscher verloren, teilt die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Montag mit.

Gletscher in Deutschland verschwunden: Südlicher Schneeferner auf der Zugspitze verliert Gletscher-Status

„Aufgrund der geringen Eisdicke kann auch keine Eisbewegung mehr erwartet werden, sodass der Südliche Schneeferner nicht länger als eigenständiger Gletscher betrachtet wird“, heißt es in der Mitteilung. An den meisten Stellen sei das Eis nicht einmal mehr zwei Meter dick.

Selbst an der tiefsten Stelle beträgt die Eisdicke inzwischen weniger als sechs Meter. Zum Vergleich: 2018 seien es etwa zehn Meter gewesen. Zugleich habe sich die Gletscherfläche seit 2018 auf weniger als einen Hektar halbiert. Die düstere Prognose der Forscher: das verbleibende Eis wird in den kommenden ein bis zwei Jahre vollständig abschmelzen. Die Vermessungen würden daher am Südlichen Schneeferner eingestellt.

Gletscher in Deutschland vor dem Abschmelzen bedroht

In Deutschland gibt es damit nur noch vier Gletscher, die ebenfalls stark vom Abschmelzen bedroht sind:

Gletscher in Deutschland: Dramatische Prognosen der Forscher

Die Alpengletscher sind Zeugen des Klimawandels, heißt es im jüngsten Bayerischen Gletscherbericht aus dem Jahr 2021. Der letzte bayerische Gletscher könnte bereits Anfang der 2030er verschwunden sein. „Allein der nördliche Schneeferner auf der Zugspitze schmilzt alle 30 Sekunden um fast 250 Liter Wasser ab“, so die Forscher. Auch für die Gletscher in Österreich gibt es keine Hoffnung mehr.

Gletscher übernehmen wichtige Aufgaben im Wasserhaushalt, indem sie Gebirgsbäche und Flüsse auch während längerer Trockenperioden im Sommer mit Schmelzwasser versorgen, betonen die Forscher. Dadurch bleiben Ökosysteme erhalten. Außerdem schützen die Eispanzer labile Bergflanken und verhindern so ein Abrutschen. Experten warnten schon 2020 vor einer dramatischen Entwicklung der bayerischen Gletscher.

Gletscher sind große Massen hauptsächlich aus Schnee, Firn und Eis, die meist von Bergen langsam in Richtung Tal strömen. Nur sich wenigstens in wesentlichen Teilen bewegende Massen werden als Gletscher bezeichnet. Die meisten der heute existierenden Gletscher entstanden während der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren. (ml)

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