Vorwurf der Betriebsratsbehinderung

H&M: Betriebsrat in Nürnberger Filiale zeigt eigene Konzernführung an

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H&M-Filiale in Nürnberg: Betriebsart zeigt eigene Konzernführung an.

Ärger in der H&M-Filiale in der Karolinenstraße in Nürnberg. Dort nämlich hat der Betriebsrat Anzeige gestellt. Und zwar gegen die eigene Konzernführung.

Nürnberg - Aufregung bei der Filiale des schwedischen Textilunternehmens H&M in der Karolinenstraße in Nürnberg*. Der Betriebsrat der Filiale hat nun Anzeige gegen die eigene Konzernführung erstattet. Der Vorwurf lautet: Betriebsratsbehinderung. Die Chefetage von H&M weist die Vorwürfe entschieden von sich.

Verdi wirft H&M-Führungsetage Straftat vor

Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - besser bekannt als Verdi - bekanntgab, habe die Führungsetage von H&M die Betriebsräte in ihrer Arbeit gehindert. So seien Aufgaben entzogen sowie Zulagen gestrichen worden. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte der Betriebsrat der Chefetage immer wieder Kontra gegeben, was den Abbau von Arbeitsstunden und die Umstrukturierung im Unternehmen angeht. Verdi geht stark davon aus, dass aus diesem Grund die Aktionen gegen die Betriebsräte erfolgten.

Video: H&M plant Filialschließungen

Verdi wirft in einer Mitteilung der Konzernführung durch die Streichung von Zulagen eine „miese Praktik“ gegen den Betriebsrat vor. Die Mitglieder des Betriebsrats hätten das Recht, sich für ihre Kollegen einsetzen zu können. Und zwar ohne dafür persönliche Sanktionen fürchten zu müssen. Deshalb lege in diesem Konflikt auch eine Straftat vonseiten der Konzernführung vor. Das erklärte die für den Fall zuständige Gewerkschaftssekretärin Jaana Hampel.

H&M: Abbau von Arbeitsplätzen und neue Arbeitszeitstruktur

Im Januar 2021 hatte H&M bekanntgegeben, 800 Stellen in Deutschland streichen zu wollen. Auch die Filiale in der Nürnberger Karolinenstraße wird voraussichtlich davon betroffen sein. Neben dem Abbau von Arbeitsplätzen sorgte auch die geplante Einführung einer neuen Arbeitszeitstruktur für Unmut unter den Mitarbeitern der Filiale. Mehr als 2.400 Arbeitsstunden der Belegschaft in der Filiale sollen reduziert werden - und das, obwohl das Unternehmen seinen Umsatz sogar gesteigert hat. Gegen diese Maßnahmen protestierten die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten häufig - bislang ohne Erfolg.

H&M weist Vorwürfe entschieden zurück

Den Vorwurf der Betriebsratsbehinderung weist H&M entschieden von sich. In einer Stellungnahme auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks erklärte das schwedische Unternehmen, dass die Anschuldigung unzutreffend sei. Bei den ausgebliebenen Zulagen handle es sich um Funktionszulagen. Die Zulagen würden nicht mehr gezahlt werden, wenn der Mitarbeiter die zugehörige Funktion nicht mehr ausübt. Außerdem stehe die Funktion keineswegs im Zusammenhang mit dem Ausüben des Ehrenamts eines Betriebsrats. Das Textilunternehmen gab weiter an, sich gegenüber seinen Mitarbeitern sowie der Gewerkschaft neutral und kooperativ zu verhalten. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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