Hochwasser - Donau steigt in Passau rasant an

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Häuser stehen am Freitag in Passau im Hochwasser der Donau. Die Donau ist im Osten Bayerns bis zum Freitagmorgen weiter rasant gestiegen.

Passau - Hochwasser in Passau gibt es fast jedes Jahr. Doch heuer wurden selbst die fluterprobten Einsatzkräfte in der Dreiflüssestadt von dem rasant steigenden Wasser an der Donau überrascht: Am Freitagvormittag kletterte der Pegel über die neun-Metter-Marke.

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Die Hochwasserlage in Bayern hat sich in der Nacht zum Freitag noch einmal verschärft. Diesmal kletterten die Pegelstände insbesondere im Donaugebiet rund um Passau und Regensburg rasant in die Höhe. Darüber hinaus blieb die Lage auch am Main in Nordbayern kritisch.

Passau steht unter Wasser

Hochwasser in Passau

Insbesondere in Passau wurden auch die Behörden von dem schnell ansteigenden Wasser überrascht. Binnen eines Tages schwoll die Donau in der Dreiflüssestadt um drei Meter an und stieg am Freitagmorgen über die Neun-Meter-Marke. Die höchste Warnstufe vier war da bereits längst überschritten. Noch am Donnerstagnachmittag waren die Behörden davon ausgegangen, dass der Fluss höchstens auf 8,45 Meter steigen würde.

“Die Hilfskräfte und der städtische Bauhof haben bis weit nach Mitternacht Sandsäcke verbaut und Stege errichtet“, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. In den ufernahen Bereichen des Stadtzentrums standen etliche Gebäude in der Flut, die Anwohner verbarrikadierten die Eingänge. Ein Hotel wurde von der Feuerwehr zuvor auch gezielt geflutet, damit das schmutzige Donauwasser nicht eindringen kann. Die Einsatzkräfte richten sich auf einen Pegelstand von mindestens 9,10 Metern ein. Von einem historischen Hochwasser ist dies allerdings noch ein gutes Stück entfernt: Bei der Überflutungskatastrophe im August 2002 wurden 10,81 Meter erreicht.

Der bayerische Hochwassernachrichtendienst erwartete den Scheitelpunkt der Flutwelle an der Donau in Passau zwar im Laufe des Freitags, eine schnelle Entspannung war aber nicht in Sicht. Da die Wasserstände oberhalb Passaus weiter stiegen, sei am Wochenende erneut mit kletternden Pegelständen in Passau zu rechnen.

In Regensburg bewegte sich das Hochwasser hingegen noch im Bereich der Warnstufe zwei. Die Stadt war weiterhin damit beschäftigt, die in den vergangenen Jahren angeschafften Schutzwände aufzubauen. Autofahrer wurden aufgefordert, ihre in Ufernähe abgestellten Fahrzeuge zu entfernen, auch um die Arbeiten nicht zu behindern. Mehrere Autos wurden abgeschleppt. In Regensburg wird seit fünf Jahren an einem rund 100 Millionen Euro teuren Hochwasserschutzsystem mit mobilen Flutwänden und verstärkten Dämmen gebaut.

In der gesamten Region mussten Autofahrer wegen zahlreicher überschwemmter Straßen lange Umwege in Kauf nehmen. Mehrere Keller standen unter Wasser. Auch der Fluss Regen erreichte am Freitagmorgen beim oberpfälzischen Cham die Meldestufe vier.

In Franken stiegen die Wasserstände ebenfalls wieder. “Die Wasserstände werden in den Unterläufen im gesamten Maingebiet weiter ansteigen“, berichtete der Hochwassernachrichtendienst. An etlichen Pegeln wurden bereits die Meldestufen drei und vier erreicht.

dpa

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