Dafür "muss man Triebtäter sein"

Höhlenforscher will trotz Unfall weitermachen

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Höhlenforscher Westhauser ist wieder einigermaßen fit und kann das Krankenhaus verlassen.

Murnau - Höhlenforscher Johan Westhauser denkt nach seinem Unfall und der spektakulären Rettung kein bisschen ans Aufhören. Dafür sei die Neugier zu groß, erklärt er im Video-Interview. 

Nach der spektakulären Rettung kann Höhlenforscher Johann Westhauser die Unfallklinik Murnau verlassen. "Die Behandlung war erfolgreich", erklärt er im Video-Interview. Nur die Küche habe anfangs Probleme gehabt, Westhausers Wünschen gerecht zu werden, vor allem was die Menge angehe. "Ich habe nach dem Unfall auf jeden Fall viel abgenommen. Das muss ich jetzt erst wieder zunehmen."

So sei auch nach dem Krankenhaus das erste Ziel, wieder fit zu werden. Was ihn bei dem Unfall genau getroffen hat, weiß Westhauser nicht mehr. Der Helm habe ihn geschützt, am Kopf habe es nur ein paar Schrammen gegeben. Dann sei er bewusstlos geworden. Schwierig seien die Tage danach gewesen, "bis sich das Gehirn wieder ein bisschen regeneriert hat". Besonders froh ist der Höhlenforscher, dass bei der Rettungsaktion kein Helfer zu Schaden gekommen ist. "Da habe ich die meiste Angst davor gehabt."

Aufgeben will Westhauser die Höhlenforschung nicht - trotz schwerem Unfall, Verletzung, nervenaufreibender Rettungsaktion. "Es interessiert mich fachlich. Die Neugier ist einfach da", sagt Westhauser. "Für solche Sachen muss man Triebtäter sein."

Inzwischen hat Westhauser knapp zwei Wochen nach seiner spektakulären Rettung aus 1000 Metern Tiefe am Mittwoch die Unfallklinik Murnau verlassen. Der 52-Jährige sei „nach erfreulichem Verlauf“ bei deutlich gebesserter Gesundheit entlassen worden, teilte das Klinikum mit. Er werde nun in seiner Heimat eine stationäre Rehabilitation antreten. Westhauser lebt im Raum Karlsruhe.

Der Baden-Württemberger hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in der Riesending-Höhle bei Berchtesgaden ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. In einer beispiellosen Aktion war der 52-Jährige aus Deutschlands tiefster Höhle geholt worden; nach 274 Stunden zogen ihn Helfer am 19. Juni wieder ans Licht. Durch die Kopfverletzung hatte er zeitweise unter anderem Sprachschwierigkeiten.

dpa/kmm

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