Hoffnung für Patienten

Klinik setzt Gehroboter für Gelähmte ein

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Patient Martin Schaffenrath stellt den anziehbaren, intelligenten Gangroboter Ekso mit Hilfe des Physiotherapeuten Peter Schuurmans (l) in der Schön-Klinik vor.

Bad Aibling - Gehroboter für Querschnittgelähmte sind auf dem Vormarsch. So will eine Klinik in Bad Aibling einen Roboter auch bei Patienten mit einer Halbseitenlähmung einsetzen.

In Bayern wollen Ärzte mit einem mobilen Gehroboter Schlaganfallpatienten und halbseitig Gelähmten wieder zu eigenen Schritten verhelfen. Ein Krankenhaus im bayerischen Bad Aibling setzt dafür nach eigenen Angaben als erste deutsche Klinik dauerhaft einen Gehroboter bei Querschnittgelähmten ein. Im Sommer solle eine Software eintreffen, die zudem die Behandlung von halbseitig gelähmten Schlaganfallpatienten ermögliche, sagte Chefarzt Friedemann Müller von der Schön Klinik am Dienstag. Laut Hersteller-Firme Ekso Bionics wird diese Funktion derzeit in den USA für den Einsatz im Klinikalltag fertiggestellt.

Der Gehroboter „Ekso“ stützt als sogenanntes Exoskelett den Körper so stark, dass auch Gelähmte erstmals wieder aufstehen und gehen können. Die ersten Patienten seien begeistert, sagt Müller. „Sie strahlen. Das Gefühl wieder auf Augenhöhe zu sein, zu stehen und zu gehen - das muss grandios sein.“

Die Ärzte in Bad Aibling wie andere Experten warnen aber vor zu großen Hoffnungen: Das Gerät ist nicht für alle Patienten geeignet, Schätzungen gingen teils nur von zehn Prozent der Querschnittgelähmten aus. Denn sie müssen mindestens die Arme einsetzen können, um das Gerät zu bedienen. Auch bei den Schlaganfallpatienten müsse genau ausgewählt werden, wer in Frage komme, sagte Müller. Sie müssten unter anderem geistig fit genug dafür sein.

Das ist der neue Gehroboter für Querschnittgelähmte

Das ist der neue Gehroboter für Querschnittgelähmte

Dennoch hoffen die Ärzte, bestimmte Patienten auf dem Weg zu eigenen Schritten zu unterstützen, etwa Querschnittgelähmte mit Restfunktionen. In Bad Aibling sollen vorerst Patienten behandelt werden, bei denen der entsprechende Unfall nicht länger als 12 Monate zurückliegt. Denn sie haben die besten Chancen auf Besserung. Das Gerät entlaste hier auch Therapeuten, sagte Müller. „Man kann viel mehr Schritte mit Patienten gehen.“

Darüber hinaus sollen die Geräte helfen, die Durchblutung zu fördern, Knochenschwund zu mindern, Gelenke flexibel zu halten. Wissenschaftlich erwiesen seien diese Effekte aber nicht, schränkt Müller ein. „Es gibt es keine Beweise dafür.“ Die Klink werde dafür an einer internationalen Studie teilnehmen. Laut Ekso Bionics laufen diverse Studien. Bis 2014 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Das etwa 23 Kilo schwere Skelett, das rund 100 000 Euro kostet, ist laut Ekso Bionics in 36 Zentren weltweit im Einsatz. Die Technik hatte ihren Ursprung im militärischen Bereich. „Ekso Bionics hat die Technik für den Einsatz im Militär entwickelt“, sagt Manuel Landeira, Vertriebsmanager Europa. Soldaten sollten damit rund 100 Kilogramm Last tragen können, ohne gesundheitliche Schäden zu riskieren. Rund um den Globus sind bei anderen Firmen ähnliche Geräte in Entwicklung, unter anderem in Israel und Japan.

 

dpa

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