Hohe Dunkelziffer

Immer weniger legale Waffen in Bayern

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Ein Beamter untersucht in der Waffenkammer des Landeskriminalamtes (LKA) in Rampe (Mecklenburg-Vorpommern) eine Bockbüchsflinte.

München - Nur noch 1,15 Millionen Waffen sind in Bayern registriert, seit 2009 ist die Zahl um 250.000 gesunken. Tatsächlich dürften aber deutlich mehr Waffen im Umlauf sein.

In Bayern gibt es immer weniger legale Waffen. Derzeit sind im Freistaat etwa 1,15 Millionen registriert, wie das bayerische Innenministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Das sind 250.000 Waffen weniger als noch 2009. Parallel dazu geht auch die Zahl ihrer Besitzer seit einigen Jahren stetig zurück. 215.000 Bayern sind laut Innenministerium derzeit noch im nationalen Waffenregister aufgeführt, fast ein Viertel weniger als Anfang 2013.

Im bundesweiten Vergleich besitzen die Bayern sehr viele Waffen

Damit setzt sich laut Ministerium einerseits eine gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Andererseits zeigen sich in der großen Höhe des Rückgangs die Auswirkungen des nationalen Waffenregisters, das Anfang 2013 eingeführt wurde: Durch das Zusammenführen der Daten von über 500 verschiedenen Behörden würden immer wieder Dopplungen in früheren Statistiken entdeckt, erklärte ein Sprecher. Bis zum Abschluss der Datenbereinigung wird es laut Bundesverwaltungsamt noch bis 2017 dauern wird.

Dennoch ist erkennbar, dass die Bayern im bundesweiten Vergleich sehr viele Waffen besitzen. Etwa ein Fünftel aller Einträge im Waffenregister sind Menschen aus dem Freistaat zugeordnet.

Zahl der illegalen Waffen wohl extrem hoch

Tatsächlich dürften in den Haushalten sogar noch deutlich mehr Waffen vorhanden sein. Zwar existieren weder beim Bundesverwaltungsamt noch beim Innenministerium Schätzungen über die Summe illegaler Waffen, doch bei Straftaten werden sie besonders häufig benutzt. Eine Auswertung habe ergeben, dass von den 1500 Straftaten mit Schusswaffen im Jahr 2012 weniger als zehn mit einer legalen Waffe begangen worden seien, hieß es vom Innenministerium. Bei allen anderen Fällen wurde Spielzeug oder eine illegale Waffe verwendet - fast 1000 mal wurde mit ihnen auch geschossen.

Um für eine bessere Kontrolle der Waffenbesitzer zu sorgen, gab es in den vergangenen Jahren mehrere Gesetzesänderungen. So werden Waffenbesitzer seit 2009 umfangreicher kontrolliert und bei Verstößen härter bestraft. Eine weitere Verschärfung regte der Bundesrat im vergangenen April an. Die Länderkammer stimmte für den Vorschlag, künftig den Verfassungsschutz bei der Prüfung von Waffenbesitzern einzubeziehen. Obwohl dies laut Innenministerium in Bayern bereits geschieht, sieht die Staatsregierung die Idee positiv. „Die bayerische Praxis ist bundesweit die Ausnahme“, begründete ein Sprecher.

dpa

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