1. kreisbote-de
  2. Bayern

In Tschechien überfahren: Zum Abschuss freigegebener Wolf ist tot

Erstellt:

Von: Dominik Göttler, Heidi Geyer

Kommentare

Das überfahrene Tier am Straßenrand in der Nähe des tschechischen Ortes Prostejov.
Das überfahrene Tier am Straßenrand in der Nähe des tschechischen Ortes Prostejov. © AOPK/Vladislav Holec

Um den Abschuss des Wolfes mit der Bezeichnung GW2425m in Oberbayern hatte sich ein juristisches Tauziehen entwickelt. Nun ist klar: Das Tier ist längst tot. Es wurde in Tschechien wohl von einem Auto überfahren.

München/Prostejov – Der Wolfsrüde mit der Bezeichnung GW2425m, der nach mehreren Rissen in Oberbayern und einem Streifzug durch den Ort Bergen zum Abschuss freigegeben wurde, ist tot. Wie das Landesamt für Umwelt gestern mitteilte, wurde das Tier bereits am 17. Januar in Tschechien überfahren aufgefunden. Jetzt hätten genetische Untersuchungen gezeigt, dass es sich bei dem überfahrenen Wolf um dasselbe Tier handelt, für das die Regierung von Oberbayern just an dem Tag, als es in Tschechien gefunden wurde, eine Abschussgenehmigung erteilt hatte.

Um diese Genehmigung war in der Folge ein juristischer Streit entbrannt. Während Almbauern, Bayerns Agrarministerin und der Umweltminister die Entscheidung begrüßten, klagten der Bund Naturschutz und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe gegen einen möglichen Abschuss. Sie sahen im Gegensatz zur Regierung keine Gefahr für den Menschen. Die Naturschützer bekamen in erster Instanz recht, die Allgemeinverfügung wurde ausgesetzt. Die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes stand noch aus. „Aus unserer Sicht ist das Eilverfahren damit erledigt“, sagte ein Regierungssprecher gestern.

Der Fundort liegt rund 360 Kilometer Luftlinie von Bayern entfernt

Der Fundort des toten Wolfes im tschechischen Prostejov liegt rund 360 Kilometer Luftlinie entfernt vom letzten Nachweis in Bayern – einem Riss vom 19. Dezember bei Marktschellenberg. Der Wolf ist also innerhalb von knapp vier Wochen beinahe quer durch Österreich bis in den Osten Tschechiens gewandert.

Bund Naturschutz und die Grünen im Landtag forderten gestern erneut eine flächendeckende staatliche Unterstützung beim Herdenschutz für Bayerns Tierhalter. Der aktuelle Fall zeige, welche Distanz ein Wolf in kurzer Zeit zurücklegen könne. Die Bauern im Chiemgau zeigten sich erleichtert. Matthäus Michlbauer vom Bauernverband in Traunstein sagte, er sei froh, dass der Wolf keine weiteren Risse verursacht habe. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis der nächste auffällige Wolf komme.

Auch interessant

Kommentare