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Irrfahrt auf den Jenner: Paketfahrer fährt bis zum Gipfel und strandet im Schnee

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Von: Johannes Welte

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Der Paketfahrer ließ sich vom Navi statt zur Talstation zur Bergstation der Jennerbahn leiten
Der Sprinter blieb in einem Wassergraben etwa 400 Meter vor dem Gifpelhaus stecken © Berchtesgadener Bergbahn AG

Ein Paketbote verließ sich wohl zu sehr auf sein Navi: Denn anstatt der Talstation steuerte der 24-Jährige den Gipfel des Jenners an.

Berchtesgaden - Immer wieder lassen sich Autofahrer von ihrem Navi auf die verrücktesten Wege bringen. Doch was einem Paketfahrer (24) im Berchtesgadener Land* passiert ist, lässt sich wohl kaum toppen. Der Italiener mit kosovarischen Wurzeln sollte eine Sendung an die Jennerbahn am Königssee zustellen – und fuhr statt zur Talstation in Richtung Gipfelhaus! 

Paketfahrer fährt zum Gipfel statt zur Talstation

Er hätte ganz einfach die Talstation der Jennerbahn in Königssee* ansteuern können. Doch der junge Mann machte sich, blind seinem Navi folgend, mit seinem Transporter auf zum Wanderparkplatz Hinterbrand, oberhalb von Königssee. Dort endet die öffentliche Straße. Unbeeindruckt von allen Sperrschildern, fuhr der Paketauslieferer auf dem als Forststraße ausgebauten Königsweg Richtung Mittelstation der Jennerbahn.

„Das ist eine Schotterpiste, auf der man mit einem normalen Auto noch fahren kann“, sagt Alexander Eder von den Berchtesgadener Bergbahnen. Die einsame Bergkulisse bewegte aber den ortsunkundigen Paketfahrer nicht dazu, seine Routenplanung noch mal zu überprüfen, auch nicht, als der Königsweg nach der Mittelstation steiler und unwegsamer wurde: „Der Weg ist ab da gewölbt, damit das Wasser besser ablaufen kann, ich würde hier nur noch mit einem geländegängigen Fahrzeug weiterfahren“, so Eder. Immerhin schaffte es der Paketfahrer bis rund 400 Meter vor die Gipfelstation, allerdings lag dort Schnee*.

Paketbote übernachtet am Gipfel des Jenners

Auf 1750 Meter Höhe geriet er mit seinem Sprinter ins Rutschen, das Auto legte sich quer und blieb in einem Wassergraben hängen. In seiner Not lief der Fahrer zur Bergstation, doch die ist wegen Betriebspause verwaist. Sein Handyakku war leer, also schlief er im Führerhaus, während sein Chef verzweifelt versuchte, ihn anzurufen. Am Morgen stieg der Mann zwei Stunden zur Mittelstation ab, wo er Arbeiter der Jennerbahn antraf. Gestern wurde sein Transporter mit einem geländegängigen Abschleppwagen geborgen.

Andreas Hölzl von der Polizeiinspektion Berchtesgaden schüttelt den Kopf: „Der Mann hätte doch merken müssen, dass er auf dem falschen Weg ist. An einer anderen Stelle auf dem Weg hätte er 200 Meter abstürzen können.“ (we) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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