Arbeitsagentur legt Zahlen vor

Junge Bayern haben gute Chancen auf Lehrstelle

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Ein Lehrmeister unterrichtet in München im Ausbildungszentrums der MAN-Nutzfahrzeuge einen Auszubildenden an einer Drehmaschine (Archivbild).

Nürnberg - In Bayern gibt es heuer mehr Lehrstellen und weniger Bewerber als im vergangenen Jahr - aber dennoch mehr Schulabgänger ohne einen Ausbildungsplatz.

Trotz tausender offener Lehrstellen hätten gut 700 Jugendliche nach dem Start des Ausbildungsjahres keinen Vertrag in der Tasche gehabt, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Montag in Nürnberg mit. Das seien 144 mehr als im Vorjahr. Dabei standen jedem gemeldeten Bewerber rein rechnerisch 1,15 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Denn die Zahl der angebotenen Lehrstellen war binnen Jahresfrist um 5,3 Prozent angestiegen, während die Zahl der Bewerber bis Ende September um 2,1 Prozent zurückging.

„Aus Sicht der Jugendlichen hat sich der bayerische Ausbildungsmarkt in diesem Jahr gut entwickelt“, kommentierte Arbeitsagentur-Chef Ralf Holtzwart. Dass dennoch mehr junge Menschen ohne Lehrvertrag geblieben seien, habe verschiedene Gründe. Zum einen entsprächen die Leistungen der Jugendlichen nicht immer den Anforderungen der Unternehmen. Holtzwart forderte die Firmen auf, „auch denen, die nicht so gute Schulnoten aufweisen, eine Chance zu geben“.

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Zum anderen wollten manche Bewerber partout nicht von ihrem Traumberuf abweichen. Zudem scheitere ein Ausbildungsvertrag oftmals an der mangelnden regionalen Mobilität, schilderte Holtzwart. Während es in Niederbayern 1,3 Ausbildungsstellen pro Bewerber gegeben habe, seien es in Ober- und Unterfranken nur 1,0 gewesen. Insgesamt hätten den 708 unversorgten Schulabgängern Ende September 9472 unbesetzte Lehrstellen gegenübergestanden. Suchende sollten sich deshalb dringend bei den Arbeitsagenturen melden, forderte Holtzwart.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht einen Grund für die hohe Zahl der unbesetzten Lehrstellen in der mangelnden Attraktivität der Angebote. Klagen über angeblich fehlende Leistungen der Bewerber kämen vor allem aus Branchen, in denen die Arbeitsbedingungen besonders schlecht seien, schilderte der Landesvorsitzende Matthias Jena. „Unsere Erfahrung ist: Viele Auszubildende müssen Überstunden leisten, regelmäßig mehr als fünf in der Woche. Die Bezahlung ist mies, ein Teil kann sich nur mit einem Nebenjob über Wasser halten.“ Der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft zufolge besitzen hingegen 20 Prozent eines Jahrgangs nicht die nötige Ausbildungsreife.

Von Elke Richter

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