In den USA abgeschaut

Kampf gegen Hundekot: Diese Stadt diskutiert innovative Idee

Herumliegender Hundekot könnte in Oberasbach künftig innovativ bekämpft werden.
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Herumliegender Hundekot könnte in Oberasbach künftig innovativ bekämpft werden.

Herumliegender Hundekot sorgt in vielen Gemeinden für Ärger. Im fränkischen Oberasbach wurde nun eine innovative Idee diskutiert, die Hundebesitzer mehr in die Pflicht nehmen würde.

Oberasbach - In einen Hundehaufen ist wahrscheinlich jeder schon einmal getreten und hat sich anschließend kräftig geärgert. Dabei sollen Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner eigentlich direkt beseitigen statt sie einfach liegen zu lassen. 

Diesem Problem wollte nun ein CSU-Stadtrat aus dem fränkischen Oberasbach kreativ begegnen. In der 18.000-Einwohner-Stadt waren Hundehaufen bei der Bundestagswahl sogar wichtiger als die Frage nach dem Bundeskanzler bzw. der Bundeskanzlerin. „Den Leuten war‘s egal ob Schulz oder Merkel. Aber die Hundekacke!“, erzählt Jürgen Schwarz-Boeck. Der Fraktionssprecher der CSU hat in Erfahrung gebracht, dass es den Bürgern besonders stinkt, wenn die Exkremente in die vorgesehenen Beutel gepackt und dann in Büsche oder Vorgärten geworfen werden.

Deshalb hat Boeck, der selbst Hundebesitzer ist, einen Vorschlag gemacht, mit dem die fränkische Stadt eine deutschlandweite Vorreiterolle einnehmen könnte. Konkret geht es um die Zuordnung des Hundekots zu seinem Erzeuger bzw. dessen Herr- oder Frauchen. Mittels DNA-Proben aller Oberasbacher Vierbeiner soll so den herumliegenden Exrementen der Kampf angesagt werden

Aufwand wäre zu stemmen - aber andere Dinge nicht

Der Aufwand für die Stadt wäre dabei nicht einmal so groß, da es bereits Firmen gibt, die hierzu einen Komplettservice anbieten. Sie verschicken Teststäbchen, bauen eine DNA-Datenbank auf und untersuchen die eingeschickten Proben der Hinterlassenschaften der Hunde, die dann eindeutig zugeordnet werden können. So könnte außerdem ein Teil der 70 bis 80 Euro pro Test wieder hereingeholt werden.

Der Antrag im Stadtrat rief allerdings nicht nur ernsthafte Reaktionen hervor. Aufgrund des „Leidensdrucks“ (Boeck) sei die Diskussion anschließend aber sehr ernsthaft verlaufen. Eine Mehrheit für die Idee fand sich aber aus mehrerlei Gründen nicht.

Zum einen würde eine solche Regelung die Hundehalter aus der Umgebung, die nur zum Gassigehen in den Oberasbacher Stadtbereich kämen, nicht treffen. Außerdem sah die Stadtverwaltung keine Rechtsgrundlage für die Einforderung von DNA-Proben von Hunden. Auch die Zuständigkeit für das Einschicken von Teststäbchen war nicht geklärt. Eine Idee, wie die Hundehalter zum Mitmachen bewegt werden sollten, gab es allerdings schon: Dies sollte über einen Nachlass auf die Hundesteuer erreicht werden,  der nur bei DNA-Abgabe gewährt werden sollte.

Oberasbach war nicht die erste deutsche Stadt, die über ein solches Vorgehen nachgedacht hatte. Bisher hat aber keine Stadt eine DNA-Analyse beschlossen. In den USA erfreuen sich DNA-Tests bei Hunden bereits einer gewissen Beliebtheit. In einigen großen Wohnanlagen müssen die Mieter schon Speichelproben ihrer Vierbeiner abgeben.

In Garmisch-Partenkirchen gibt es ebenfalls große Probleme mit herumliegendem Hundekot. In Germering wurden die Exkremente zwar ordnungsgemäß verpackt, aber der Abfallbehälter für die vollen Tüten sorgte für Ärger. In Münsing gibt es ebenfalls einen kreativen Ansatz in Mundart, mit dem Probleme mit Hundehäufchen beseitigt werden sollen.

sh

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