Gefährdung des Bestands droht

Singvögel vor Stubentigern schützen

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Katze nach der Jagd.

Hilpoltstein - Für die einen Spieltrieb, für die anderen tödlicher Ernst: Katzen in Deutschland erbeuten jährlich rund 200 Millionen Vögel. Experten rufen nun zu deren Schutz auf.

Vogel jagd gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Katzen - sehr zum Missfallen von Vogelschützern. Rund 8,2 Millionen Hauskatzen in Deutschland erbeuten jedes Jahr rund 200 Millionen Vögel, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Freitag in Hilpoltstein mitteilte. Um den Bestand der Singvögel nicht zu gefährden, sollten gerade im Frühling, wenn Jungvögel ihre ersten Flugversuche unternehmen, Katzenhalter ihre Stubentiger ein paar Tage nicht ins Freie lassen.

Einer Studie zufolge erbeute in Europa jede Katze zwischen 30 und 47 Vögel pro Jahr, teilte der LBV mit. Vor allem in Wohnsiedlungen, in denen besonders viele Hauskatzen unterwegs sind, würden Vogelpopulationen erheblich reduziert. Durch ihre Kletterkünste könnten die Katzen mühelos Nester mit Jungvögeln plündern.

Bitten an die Katzenhalter

Die Vogeljagd dient nach LBV-Angaben weniger der Futtersuche als vielmehr dem Ausleben des Spieltriebes. Die Tierschützer bitten Katzenhalter deshalb, ihre Vierbeiner im Frühling nicht nur tageweise im Haus zu lassen, sondern darüber hinaus etwa das Gras im Garten etwas länger wachsen zu lassen, so dass sich Amsel, Drossel, Fink und Star bei der Futtersuche leichter verstecken können. Hilfreich sei es zudem, den Bäumen im Garten Manschetten aus Blech oder Kunststoff um die Stämme zu legen, so dass die Katzen nicht hinaufklettern können. Außerdem könnte man den Samtpfoten im Frühjahr ein Glöckchen ans Halsband binden, so dass sie sich nicht unbemerkt an Vögel heranschleichen können.

dpa/lby

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