Täter „nicht therapierbar“

Tödlicher Einbruch - Senior (76) von Bettler im eigenen Haus erwürgt

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Ein Einbrecher hat einen Rentner in Kempten erwürgt, nachdem dieser ihn erwischt hatte.

Ein 76-jähriger Rentner überrascht in seinem Haus einen Einbrecher und wird von diesem erwürgt. Anschließend legt der Mörder die Leiche in eine Duschkabine und legt Feuer.

Kempten - Ein 76 Jahre alter Rentner überrascht in Lindau am Bodensee in seinem Haus einen Einbrecher. Dann erlebt er den absoluten Horror: Der Einbrecher rastet aus, stürzt sich auf den älteren Herrn - und erwürgt ihn. Das Opfer hat keine Chance. Anschließend legt der Mörder die Leiche in die Duschkabine im Badezimmer.

Das niedere Motiv für den Mord: Das Mitglied einer rumänischen Bettlergruppe ist in das alte Bahnwärterhaus des Seniors eingebrochen, weil er es auf Wertgegenstände abgesehen hatte. Laut Anklageschrift des Landgerichts Kempten soll ein Komplize anschließend noch versucht haben, das Haus in Brand zu stecken, um das Verbrechen zu vertuschen. Der 27-Jährige soll mit einem Fluchtfahrzeug vor dem Grundstück gewartet haben.

Staatsanwalt hält Täter für vermindert schuldfähig

Dass es einen Mittäter gab, bezweifelt dagegen der Staatsanwalt. Er fordert in seinem Plädoyer 14 Jahre und 9 Monate Haft für den Täter, der den 76-Jährigen umgebracht hat. Zudem beantragte der Staatsanwalt am Donnerstag Sicherheitsverwahrung für den vorbestraften 37-Jährigen. Eine lebenslange Freiheitsstrafe sei nicht zu verhängen, weil der Mann eine Persönlichkeitsstörung habe und daher bei der Tötung des Rentners vermindert schuldfähig gewesen sei. Für einen mitangeklagten 27-Jährigen forderte der Staatsanwalt drei Jahre Haft wegen Mittäterschaft bei dem Einbruch.

Der Anwalt der Nebenklage, der die Angehörigen des Opfers vertritt, beantragte lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung für den mutmaßlichen Haupttäter. Dessen Verteidigerinnen hingegen forderten, ihren Mandanten freizusprechen. Die Beweise reichten nicht aus, um seine Beteiligung an der Tat nachzuweisen. Für den Fall, dass das Gericht anderer Ansicht sei, forderten sie eine Strafe von höchstens zehn Jahren. Die Verteidiger des 27-Jährigen forderten ebenfalls Freispruch. 

Lebenslange Haft und Sicherheitsverwarnung für Haupttäter

Beide Angeklagten beteuerten ihre Unschuld. Das Landgericht Kempten sieht es allerdings allerdings als erwiesen an, dass der Angeklagte im März 2017 den 76-Jährigen erwürgt hat - weil er Angst hatte, wegen des Einbruchs gefasst zu werden. Er wird zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Das Urteil entspricht der Forderung des Anwalts, der die Angehörigen des Opfers vertritt.

Nach Überzeugung des Gerichts handelte der 37-Jährige allein. 

Die Sicherungsverwahrung sei wegen mehrerer schwerer Vorstrafen und einer hohen Gefahr neuer Verbrechen geboten. Der 37-Jährige habe zwar eine Persönlichkeitsstörung, könne sich aber bei der Tat nicht auf verminderte Schuldfähigkeit berufen. Der Angeklagte sei „der gefährlichste, der in den letzten Jahren hier gesessen ist“, und nicht therapierbar, sagte Richter Schatz. Daher komme auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nicht infrage.

Der 27 Jahre alte Mitangeklagter wird freigesprochen.

Auch in Höfen wurden zwei Seioren brutal von Einbrechern ermordet.

dpa/sh

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