1. kreisbote-de
  2. Bayern

Kiloweise Goldspäne bei Arbeit gestohlen: Fünf Jahre Haft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Angeklagte (2.v.l) begrüßt im Landgericht seinen Rechtsanwalt
Der Angeklagte (2.v.l) begrüßt im Landgericht seinen Rechtsanwalt Andreas Kaiser. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Über Jahre schmuggelte ein heute 42 Jahre alter Mann feine Goldspäne aus den Produktionsräumen seines Arbeitgebers Osram. Deswegen ist der Mann am Donnerstag vor dem Landgericht Regensburg zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen 222-fachen Diebstahls und vier Fällen von Drogenhandel verurteilt worden. Der Mann wird in einer Entziehungsanstalt untergebracht.

Regensburg - Zu Prozessbeginn hatte er ein Geständnis abgelegt.

Insgesamt ging es um Diebesgut mit einem Gesamtgewicht von mindestens 68,4 Kilogramm. Ein Teil der Taten war bereits verjährt. Den Wert des Diebesgutes veranschlagten die Richter schließlich mit rund 1,13 Millionen Euro. Davon hatte der Mann etwa 400.000 Euro für sich behalten. Der Rest ging an einen Mittelsmann, der das Gold weiterverkaufte.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor auf sechs Jahre Haft wegen besonders schweren Diebstahls sowie auf eine Unterbringung wegen der Drogensucht plädiert. Der Verteidiger forderte ebenfalls eine Unterbringung und eine der Therapie angemessene Strafe - ohne ein Strafmaß zu benennen. Die Parteien hatten sich vorab verständigt, dass die sechsmonatige Auslieferungshaft des Mannes in Russland angerechnet wird und somit zwei Jahre der Haft als verbüßt gelten.

Der Arbeitgeber, der Leuchtmittelhersteller Osram, hatte gegen den Mann 2018 Anzeige erstattet. 2021 wurde er in Russland gefasst und nach Deutschland ausgeliefert. Laut Staatsanwaltschaft schmuggelte der Tatverdächtige die Späne in Größenordnungen von 300 bis 500 Gramm in seiner Hosentasche aus der Firma, wissend, dass beim Verlassen des Gebäudes lediglich gesonderte Taschen, nicht aber Hosen- oder Jackentaschen kontrolliert werden. In seiner Urteilsbegründung verwies der Vorsitzende Richter eben auch darauf, dass es seitens des Arbeitgebers an Sicherheitskontrollen gemangelt habe. dpa

Auch interessant

Kommentare